
Herr Kanzler Friedrich Merz,
Sie möchten also ein wenig emotionaler werden, um Ihre Politik zu verkaufen.
Ich stelle mir gerade mal vor, wie sie an einem Mikrofon stehen und weinend den Menschen erklären, das man leider gezwungen ist, die Arzneimittelzuzahlung zu erhöhen, weil den Krankenkassen das Geld fehlt. Gleichzeitig erklären Sie, während die laut ins Taschentuch schnauzen, dass man den Mietkostenzuschuss senken muss, Rentner nicht in Rente gehen können, weil sie sonst Geld kosten aber nichts mehr einbringen, durch ihre Grundsicherung, bedauerlicherweise Obdachlosigkeit in Kauf nehmen müssen, weil das Geld für Menschenwürde nicht verschwendet werden sollte, Sie die 8 Stunden/Woche abschaffen, damit die Unternehmen ihre Arbeiter wie Sklaven behandeln können, usw.
Bei jedem Satz laufen Ihnen dann die Tränen über das Gesicht und die Sprechpausen werden durch lautes Schluchzen unterbrochen.
Herr Merz,
wir verstehen, was Sie vorhaben, trotz Ihrer Ausstrahlung eines Eisblocks in Grönland und wir verstehen auch, warum Sie das tun.
Den großen Unternehmen reichen die Milliardengewinne nicht mehr und die Aktionäre beschweren sich. Es wird, für die Reichen, immer schwerer, noch reicher zu werden und daher gibt es auch aus dieser Richtung Beschwerden.
Ja, Herr Merz,
Deutschland braucht Veränderung, denn Deutschland schläft, dank CDU und CSU, seit Jahrzehnten.
Nun könnte man ja einfach sagen, dass man sich das Geld, das Deutschland benötigt, um Anschluss an China und Co zu finden, über eine Reichensteuer und eine Erbschaftssteuer, sowie über Steuern für Luxusgüter, Aktenhandel, usw. holt. Ja, das könnte man sagen aber Sie werden das nicht sagen, weil Sie eben nie der Arbeiter waren, der versucht hat, mit wenig Geld, Mietzuschuss und Bürgergeld, über die Runden zu kommen. Sie gehören nicht zu den Menschen, die mit einer kleinen Rente dastehen und nachrechnen müssen, ob sie sich ihre Medikamente überhaupt leisten können. Sie waren nie alleinerziehend und mussten schauen, dass Sie irgendwie Kinder und Job in Einklang bringen und das Kartenhaus jedes Mal, wenn eine Klassenfahrt ansteht, genauso zusammenbricht, wie der Job, wenn ein Kind krank wird.
Sie sind Nutznießer des Steuervermietungssystems für Reiche und würden nie auf den Gedanken kommen, die Steuern einzuführen und zu erhöhen, weil Sie dann selbst abgeben müssten.
Während immer mehr Menschen zu Hause sitzen und weinen, weil sie die Kosten nicht tragen können, von Obdachlosigkeit bedroht sind, der Kühlschrank leer ist, den Kindern mal wieder erklärt werden muss, dass das Geld für eine Tafel Schokolade nicht reicht und für die Klassenfahrt schon gar nicht, die Medikamente, die dringend benötigt werden, zu teuer sind, und immer häufiger aus Traurigkeit Wut wird, wollen Sie den Menschen emotional erklären, warum sie so leben müssen und dabei die Reichen geschont werden.
Herr Merz,

