
„Aber Deutschland geht es doch gut“ sagt nichts über die Menschen aus, die in Deutschland leben, wird aber immer wieder angeführt, wenn Menschen mit der Regierung unzufrieden sind.
Deutschland ist ein Land und wenn man, in diesem Zusammenhang von „gut gehen“ spricht, meint man Steuereinnahmen, Investitionen, Wirtschaftswachstum, Ansiedlung und Gründung von Unternehmen, usw. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder der „Mittelstand“ erwähnt, an dem man den Wohlstand Deutschlands messen will. Mit „Mittelstand“ sind aber nicht die Menschen gemeint, sondern die mittelständischen Unternehmen, wie z.B. ein Handwerksbetrieb mit mehreren Angestellten, Speditionen, usw.
Wie gut es Deutschland geht, ist messbar und in Statistiken darstellbar.
Nur selten wird angeführt „Aber den Deutschen gehts doch gut“ und das besonders, wenn Menschen Veränderungen fordern.
Nie wird gesagt: Aber den Menschen, in Deutschland, geht es doch gut“, denn das würde bedeuten, das 83 Millionen Menschen genug zum Leben haben, eine warme Wohnung mit Wasser und Strom bewohnen, auch mal in den Urlaub fahren können, usw.
Wie gut es den Menschen, in Deutschland, geht, misst man an Einkommen aber nicht am Gefühl „Ich fühle mich in Deutschland wohl“.
Wie wohl sich ein Mensch, in Deutschland fühlt, ist auch vom Einkommen abhängig und, wenn man von Einkommen spricht, so ist das nicht nur Arbeitseinkommen, sondern betrifft auch die Höhe der Rente und die verschiedenen staatlichen Leistungen. Aber das ist nur ein Punkt von vielen, um sich wohl zu fühlen.
Der Bus, der regelmäßig, auf dem Land, wenigstens jede Stunde einmal kommt, führt genauso zu einem Wohlbefinden, wie bezahlbarer Wohnraum, Schule und Kita in Laufweite, Arbeitsplatz in Wohnnähe, Einkaufsmöglichkeiten, die nicht zwingend die Nutzung eines Autos erfordern, soziale Einrichtungen, funktionierende Behörden ohne viel Bürokratie, usw. Selbst der Bau einer Ampel an einer viel befahrenen Straße kann bereits zu einem Wohlgefühl führen.
In das „Wohlfühlen“ muß man alle Menschen einbeziehen, die in Deutschland leben, also auch Menschen, die keine Deutsche Staatsangehörigkeit haben. Auch die Menschen haben ein Recht darauf, sich in Deutschland wohl zu fühlen und das bedeutet, dass man sie, in jeder Form, unterstützt, um sich in Deutschland einzuleben.
Was wir, in Deutschland benötigen, ist nicht nur das Messen von Steuereinnahmen und Wirtschaftswachstum bzw. Arbeitseinkommen, sondern ein echtes Wohlfühlbarometer, das aus regelmäßigen Befragungen der Bürger Deutschlands besteht, und der Nachfrage, nach Veränderungswünschen.

Wir brauchen ein Barometer, das den Regierungen zeigt, wo Handlungsbedarf besteht und in welcher Größenordnung, wo Unzufriedenheit besteht und warum.
Wir müssen weg von „Der Wirtschaft geht es gut, also geht es Deutschland gut“, hin zu „Den Menschen in Deutschland geht es gut“.
Die Politik kann nicht allen Menschen zuhören aber sie kann das lesen, was Menschen brauchen, um sich wohl zu fühlen, und wenn es eben nur die Ampel ist, und daraus dann eine „Wohlfühlstatistik“ erstellen, mit der dann gearbeitet werden kann, um das „Wohlfühlen“ zu vergrößern.
Menschen, die sich wohlfühlen, sind viel eher bereit, sich auch in die Gesellschaft einzubringen, was auch der Kommune, dem Land und Deutschland zugutekommt.

