Zitat von Admina R am 1. September 2026, 20:00 Uhr[caption id="attachment_4405" align="aligncenter" width="624"]
KI-Symbolbild[/caption]
Einige Wochen, bevor das erste Mal der Begriff "Corona" in der Öffentlichkeit zu hören war, wurde ich krank. Es fühlte sich erst an wie eine Grippe, wurde aber sehr schnell immer schlimmer. Ich bekam kaum Luft, hatte fürchterliche Kopfschmerzen, mehrmals Augenzittern und die Welt war nicht mehr bunt, sondern nur noch rot oder blau. Das Fieber stieg, innerhalb von Stunden immer weiter und ich schlief nur, während ich im Schlaf das Gefühl hatte, jemand würde auf meiner Brust sitzen und mir die Luft zum Atmen nehmen. Noch wusste kein Arzt, was ich hatte, ich bekam Medikamente gegen das Fieber und das war es.
Nach etwas über einer Woche ging es mir besser und nach und nach erholte ich mich. Ich hatte die Zeit über kaum etwas gegessen, denn, zum einen war niemand da, der einkaufen ging, zum anderen hatte ich auch keinen Hunger.
Zurückbehalten habe ich COPD.
Nachdem ich wieder halbwegs gesund war, nicht arbeiten gehen musste, weil es eine Ausgangssperre gab, genoss ich die Zeit. Ich ging viel, im nahegelegenen Park, spazieren, las viel, beschäftigte mich mit meiner Forschung und hatte Zeit für mich.
Wenn ich draußen war, roch die Luft sauber. Kein Abgasgestank von Autos. Das, was ich häufig zu sehen bekam, war die Feuerwehr, ein Spezialfahrzeug der Seuchenbehörde und viele Fahrzeuge von Bestattungsunternehmen. Nach und nach erfuhr ich, dass sechs Menschen, die ich mehr oder weniger gut kannte, an Corona gestorben waren und bei einem Menschen, den ich sehr gut kannte, erfuhr ich es erst, als Corona kaum noch ein Thema war.
Am Anfang versuchten die Menschen zusammenzuhalten. Es gab unterschiedliche Tipps, wie man aus irgendwelchen Kleidungsstücken sich Masken anfertigte, später gab es dann Masken vom Arbeitgeber.
Vor dem Fenster hörte man eines Abends Musik, die anders klang, als die von Nachbarn. Ich öffnete die Balkontür und im Hof saß jemand, mit einem elektronischen Klavier und spielte für die Menschen. Nach und nach kamen auch die Nachbarn auf die Balkone, hörten zu, klatschten und sangen. Ein Chor aus vielen falschen und vielen schönen Tönen, aber das spielte keine Rolle, denn es gab da ein "WIR" und ein Mensch, der dies, für eine Stunde ermöglichte.
Nach und nach musste man dann erleben, wie ein Teil der Menschen durchdrehte. Sie hatten wohl nie gelernt, sich mit sich selbst zu beschäftigen und ertrugen daher nicht das Gefühl, eingesperrt zu sein, obwohl es ein eingesperrt sein nie gab. Man hatte immer die Möglichkeit, spazieren zu gehen oder einzukaufen. Einkaufen wurde allerdings ein Problem. Menschen gingen nicht einkaufen, sie hamsterten. Toilettenpapier, als wenn es bald keins mehr gäbe, Lebensmittel, Milch, waren meist ausverkauft und mussten dann letztendlich rationiert werden. Menschen stritten sich vor den fast leeren Regalen, weil andere Menschen sich rücksichtslos und unvernünftig verhielten. Für unterschiedliche Wissenschaftler war das Sozialverhalten bzw. das fehlende Sozialverhalten sicher wie eine Feldforschung.
Es gab Demonstrationen, wo ein Teil der Menschen sehr offen zeigten, dass sie keinerlei Sozialverhalten hatten, ihnen andere Menschen vollkommen egal waren, sie so taten, als würde man, unter einer dünnen Maske ersticken, oder Corona gleich gänzlich leugneten. Schnell tauchten auch Menschen, in der Öffentlichkeit auf, die sich als Anführer fühlten, irgendwelche Verschwörungstheorien entwickelten und nicht wenige zogen daraus auch Kapital, in dem sie leichtgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche zogen. Es taten sich Abgründe des menschlichen Ichs auf.
Relativ schnell gab es Impfstoffe. Das war nur möglich, weil die Impfstoffe Komponenten enthielten, die bereits erforscht und zugelassen waren.
Vor den Impfstellen waren die Schlangen unendlich lang. Ich stand über 4 Stunden in einer Reihe mit vielen anderen Menschen, wurde durch die Bundeswehr geimpft und hatte, außer Schmerzen im Arm, die nach zwei Tagen wieder weg waren, keinerlei Nebenwirkungen. Bei den Folgeimpfungen ging es dann schneller, zumal man im Einkaufszentrum eine Test- und Impfstelle eingerichtet hatte, ich also nicht mehr so weit laufen musste.
Mit der Impfung konnte ich dann auch wieder arbeiten gehen. Einige Kollegen steckten sich häufiger mit Corona an - die Impfung schützte nicht vor der Ansteckung, sondern nur vor den Folgen - und man musste dann wieder ein paar Tage zu Hause bleiben, aber das störte mich nicht.
Was mich wirklich störte, war die Rücksichtslosigkeit der Menschen. So war z.B. der Bus voll und in den öffentlichen Verkehrsmitteln war Maskenzwang. Eine Frau weigerte sich, ihre Maske aufzusetzen und hielt dabei lautstark Vorträge, um auch möglichst die Viren großflächig zu verteilen. Angesprochen sagte sie, das sie im Krankenhaus Lichtenberg arbeite und schon wisse, was richtig ist.
Kontrolleure der BVG kontrollierten die Fahrscheine, aber setzten nicht die Maskenpflicht durch.
Irgendwann war ich nur noch froh, wenn ich zu Hause war und alleine, meinen Interessen nachgehen konnte und die Wohlstandsverwahrlosung nicht sehen und ertragen musste.
Ich selbst wurde nicht noch einmal krank.
Wenn ich an die Zeit zurückdenke, gerade an die Anfangszeit, ohne Fahrzeugverkehr, guter Luft, Ruhe, ohne Hektik des sonstigen Alltagslebens, wüsche ich mir die Zeit zurück nur weiß ich auch, dass unendlich viele Menschen, alleine starben und beigesetzt worden. Sie hatten niemanden, der an ihrer Seite war, als sie im Sterben lagen und sie hatten kaum jemanden, der sie auf dem letzten Weg begleiten konnte.
Ich weiß auch um die Spätfolgen von Corona und nicht nur mein COPD, sondern Folgen, die viel schlimmer sind. Einer meiner Kollegen, ein junger, sportlicher Mann, mit Zukunftsplänen und mitten im Studium, bekam Corona. Er starb nicht, aber sein Gehirn und sein Nervensystem, sowie einige Organe, blieben geschädigt. Sein Studium konnte er nicht wieder aufnehmen, musste sich mehrerer Operationen unterziehen und auch normal arbeiten wird nie wieder möglich sein.
Ich hoffe, da wir nie wieder so eine Epidemie erleben müssen, es hat zu vielen Menschen die Gesundheit und das Leben gekostet. Die Epidemie hat auch gezeigt, dass viel zu viele Menschen nichts mit sich, mit ihren Angehörigen und nichts mit ihren Kindern anfangen können. Und, es hat sich auch gezeigt, das es zu viele Menschen gibt, die selbst aus der Not anderer Menschen noch ihre Vorteile ziehen wollen.
Ich denke, ich habe Corona anders empfunden, als viele andere Menschen, was sicher auch daran lag, das ich sehr gut alleine sein kann und ausreichend Interessen habe, womit ich mich beschäftigen kann. Ich empfand die Entschleunigung, im Alltag, als positiv.
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Einige Wochen, bevor das erste Mal der Begriff "Corona" in der Öffentlichkeit zu hören war, wurde ich krank. Es fühlte sich erst an wie eine Grippe, wurde aber sehr schnell immer schlimmer. Ich bekam kaum Luft, hatte fürchterliche Kopfschmerzen, mehrmals Augenzittern und die Welt war nicht mehr bunt, sondern nur noch rot oder blau. Das Fieber stieg, innerhalb von Stunden immer weiter und ich schlief nur, während ich im Schlaf das Gefühl hatte, jemand würde auf meiner Brust sitzen und mir die Luft zum Atmen nehmen. Noch wusste kein Arzt, was ich hatte, ich bekam Medikamente gegen das Fieber und das war es.
Nach etwas über einer Woche ging es mir besser und nach und nach erholte ich mich. Ich hatte die Zeit über kaum etwas gegessen, denn, zum einen war niemand da, der einkaufen ging, zum anderen hatte ich auch keinen Hunger.
Zurückbehalten habe ich COPD.
Nachdem ich wieder halbwegs gesund war, nicht arbeiten gehen musste, weil es eine Ausgangssperre gab, genoss ich die Zeit. Ich ging viel, im nahegelegenen Park, spazieren, las viel, beschäftigte mich mit meiner Forschung und hatte Zeit für mich.
Wenn ich draußen war, roch die Luft sauber. Kein Abgasgestank von Autos. Das, was ich häufig zu sehen bekam, war die Feuerwehr, ein Spezialfahrzeug der Seuchenbehörde und viele Fahrzeuge von Bestattungsunternehmen. Nach und nach erfuhr ich, dass sechs Menschen, die ich mehr oder weniger gut kannte, an Corona gestorben waren und bei einem Menschen, den ich sehr gut kannte, erfuhr ich es erst, als Corona kaum noch ein Thema war.
Am Anfang versuchten die Menschen zusammenzuhalten. Es gab unterschiedliche Tipps, wie man aus irgendwelchen Kleidungsstücken sich Masken anfertigte, später gab es dann Masken vom Arbeitgeber.
Vor dem Fenster hörte man eines Abends Musik, die anders klang, als die von Nachbarn. Ich öffnete die Balkontür und im Hof saß jemand, mit einem elektronischen Klavier und spielte für die Menschen. Nach und nach kamen auch die Nachbarn auf die Balkone, hörten zu, klatschten und sangen. Ein Chor aus vielen falschen und vielen schönen Tönen, aber das spielte keine Rolle, denn es gab da ein "WIR" und ein Mensch, der dies, für eine Stunde ermöglichte.
Nach und nach musste man dann erleben, wie ein Teil der Menschen durchdrehte. Sie hatten wohl nie gelernt, sich mit sich selbst zu beschäftigen und ertrugen daher nicht das Gefühl, eingesperrt zu sein, obwohl es ein eingesperrt sein nie gab. Man hatte immer die Möglichkeit, spazieren zu gehen oder einzukaufen. Einkaufen wurde allerdings ein Problem. Menschen gingen nicht einkaufen, sie hamsterten. Toilettenpapier, als wenn es bald keins mehr gäbe, Lebensmittel, Milch, waren meist ausverkauft und mussten dann letztendlich rationiert werden. Menschen stritten sich vor den fast leeren Regalen, weil andere Menschen sich rücksichtslos und unvernünftig verhielten. Für unterschiedliche Wissenschaftler war das Sozialverhalten bzw. das fehlende Sozialverhalten sicher wie eine Feldforschung.
Es gab Demonstrationen, wo ein Teil der Menschen sehr offen zeigten, dass sie keinerlei Sozialverhalten hatten, ihnen andere Menschen vollkommen egal waren, sie so taten, als würde man, unter einer dünnen Maske ersticken, oder Corona gleich gänzlich leugneten. Schnell tauchten auch Menschen, in der Öffentlichkeit auf, die sich als Anführer fühlten, irgendwelche Verschwörungstheorien entwickelten und nicht wenige zogen daraus auch Kapital, in dem sie leichtgläubigen Menschen das Geld aus der Tasche zogen. Es taten sich Abgründe des menschlichen Ichs auf.
Relativ schnell gab es Impfstoffe. Das war nur möglich, weil die Impfstoffe Komponenten enthielten, die bereits erforscht und zugelassen waren.
Vor den Impfstellen waren die Schlangen unendlich lang. Ich stand über 4 Stunden in einer Reihe mit vielen anderen Menschen, wurde durch die Bundeswehr geimpft und hatte, außer Schmerzen im Arm, die nach zwei Tagen wieder weg waren, keinerlei Nebenwirkungen. Bei den Folgeimpfungen ging es dann schneller, zumal man im Einkaufszentrum eine Test- und Impfstelle eingerichtet hatte, ich also nicht mehr so weit laufen musste.
Mit der Impfung konnte ich dann auch wieder arbeiten gehen. Einige Kollegen steckten sich häufiger mit Corona an - die Impfung schützte nicht vor der Ansteckung, sondern nur vor den Folgen - und man musste dann wieder ein paar Tage zu Hause bleiben, aber das störte mich nicht.
Was mich wirklich störte, war die Rücksichtslosigkeit der Menschen. So war z.B. der Bus voll und in den öffentlichen Verkehrsmitteln war Maskenzwang. Eine Frau weigerte sich, ihre Maske aufzusetzen und hielt dabei lautstark Vorträge, um auch möglichst die Viren großflächig zu verteilen. Angesprochen sagte sie, das sie im Krankenhaus Lichtenberg arbeite und schon wisse, was richtig ist.
Kontrolleure der BVG kontrollierten die Fahrscheine, aber setzten nicht die Maskenpflicht durch.
Irgendwann war ich nur noch froh, wenn ich zu Hause war und alleine, meinen Interessen nachgehen konnte und die Wohlstandsverwahrlosung nicht sehen und ertragen musste.
Ich selbst wurde nicht noch einmal krank.
Wenn ich an die Zeit zurückdenke, gerade an die Anfangszeit, ohne Fahrzeugverkehr, guter Luft, Ruhe, ohne Hektik des sonstigen Alltagslebens, wüsche ich mir die Zeit zurück nur weiß ich auch, dass unendlich viele Menschen, alleine starben und beigesetzt worden. Sie hatten niemanden, der an ihrer Seite war, als sie im Sterben lagen und sie hatten kaum jemanden, der sie auf dem letzten Weg begleiten konnte.
Ich weiß auch um die Spätfolgen von Corona und nicht nur mein COPD, sondern Folgen, die viel schlimmer sind. Einer meiner Kollegen, ein junger, sportlicher Mann, mit Zukunftsplänen und mitten im Studium, bekam Corona. Er starb nicht, aber sein Gehirn und sein Nervensystem, sowie einige Organe, blieben geschädigt. Sein Studium konnte er nicht wieder aufnehmen, musste sich mehrerer Operationen unterziehen und auch normal arbeiten wird nie wieder möglich sein.
Ich hoffe, da wir nie wieder so eine Epidemie erleben müssen, es hat zu vielen Menschen die Gesundheit und das Leben gekostet. Die Epidemie hat auch gezeigt, dass viel zu viele Menschen nichts mit sich, mit ihren Angehörigen und nichts mit ihren Kindern anfangen können. Und, es hat sich auch gezeigt, das es zu viele Menschen gibt, die selbst aus der Not anderer Menschen noch ihre Vorteile ziehen wollen.
Ich denke, ich habe Corona anders empfunden, als viele andere Menschen, was sicher auch daran lag, das ich sehr gut alleine sein kann und ausreichend Interessen habe, womit ich mich beschäftigen kann. Ich empfand die Entschleunigung, im Alltag, als positiv.
