
Wenn es nach der Bundesregierung geht, gibt es keine Tage, wo man sich unwohl fühlt, Magen- und Darmbeschwerden hat, Schmerzen bei der Regelblutung oder einfach Kopfschmerzen.
Die Merz-Regierung scheint zu glauben, dass arbeitende Menschen gerne mal nur einen Tag krank machen, ohne krank zu sein und will das nun ändern. Nach dem Willen der Regierung sollen Menschen bereits ab dem ersten Krankheitstag, zum Arzt gehen, sofern der Arbeitsvertrag es nicht anders regelt.
Der Vorschlag zeugt nicht von Vernunft, sondern von Misstrauen gegenüber den arbeitenden Menschen und ist auch noch weltfremd.
Die Ärzte sind schon heute vollkommen überlastet und einen Termin beim Hausarzt, für den gleichen Tag, zu bekommen, ist Glückssache. Meist heißt es dann am Telefon: „Dann kommen Sie bitte morgen in die Notfallsprechstunde“. Für den Arbeitgeber bedeutet das, dass der Arbeitnehmer dann bereits den zweiten Tag ausfällt, obwohl der Arbeitnehmer eigentlich nur einen Tag zu Hause bleiben wollte. Bei einer Unpässlichkeit, wie Magen- und Darm-Problemen oder einem Migräneanfall, die es unmöglich machen, das Haus zu verlassen, bleibt dann nur der medizinische Bereitschaftsdienst der Krankenkassen und auch der ist oft vollkommen überlastet, gerade in der Grippezeit. Einen anderen Weg wird es dann nicht mehr geben, denn auch die telefonische Krankschreibung soll abgeschafft werden.
Wer es geschafft hat, einen zeitnahen Termin beim Hausarzt zu bekommen, wird oft länger krankgeschrieben, denn auch mit Erkrankungen wie Migräne und Magen-Darm-Problemen ist eine Erholungszeit notwendig, auf die der Arbeitnehmer verzichtet, wenn er sich nur für einen Tag krankmeldet.
In der Pressekonferenz vom 02. Juli 2026 gab Merz an, das ein sofortiger Besuch, beim Hausarzt, im Interesse der Arbeitgeber wäre. Es ist schwer vorstellbar, dass es im Interesse von Unternehmen ist, dass Arbeitnehmer, statt an einem Tag, eine Woche fehlen.
Die Merz-Regierung zeigt einmal mehr, dass sie fern jeder Realität regiert und sich kaum Gedanken über mögliche Konsequenzen macht. Erschreckend ist dabei, dass die SPD dies unterstützt, statt den Kanzler auf die Konsequenzen aufmerksam zu machen.
Deutschland braucht eine Politik, die sich um realen Leben und den Bedürfnissen der Menschen ausrichtet und die haben wir mit der CDU/CSU und SPD nicht.

