
Gestern postete Admina J einen Beitrag, bei AFP Deutschland, unter der Oberschrift: „Erst Großbritanien. Jetzt Nordirland. Zurzeit ist die Hölle los„.
Kurzer Hintergrund: Ein Mann mit Migrationshintergrund, greift einen anderen Mann an und versucht, ihn zu töten. Darauf hin rottet sich ein Mob zusammen, der Menschen, die überhaupt nichts mit der Tat zu tun hatten, angreift, sie ihn Todesangst versetzt, ihr Eigentum anzündet.
Im Beitrag von Admina J ging es um diesen Mob, die ihren primitivsten Gefühlen freien lauf ließen.
Sehr schnell sammelten sich knapp 200 Kommentare unter diesem Beitrag, wobei der größte Teil an Menschenverachtung nicht zu überbieten war.
Die harmlosesten Beiträge waren noch, dass man die Menschenjagd verurteilen, aber gleichzeitig Verständnis haben müsse, denn das läge ja nur an der verfehlten Migrationspolitik. Die Menschenjagd wurde also nur verurteilt, um sie im Nachhinein zu rechtfertigen.
Die schlimmsten Beiträge rechtfertigten nicht einmal mehr die Straftaten, sondern forderten diese ebenfalls für Deutschland. Die Beiträge waren Menschenverachtung pur, und ich frage mich, ob die Verfasser solcher Beiträge überhaupt in der Lage sind, Mitgefühl, Empathie und Liebe zu empfinden.
Perfide war auch ein Kommentar, der Mitgefühl heuchelte, gleichzeitig aber schilderte, dass eine Person mit Migrationshintergrund in Polen einen Polen angegriffen habe. Ganz so, als wären Polen für Rassisten keine Ausländer.
Wenn wir uns fragen, wie es zur Kristallnacht und zu dem Massenmord an Juden, Sinti und Roma kommen konnte, die Kommentare lieferten die Antwort.
Letztendlich mussten wir die Kommentarfunktion einschränken und die widerlichsten Kommentare löschen, weil wir uns selbst, aber auch anderen Menschen, die noch ein normales Gefühlsleben haben, ersparen möchten.
Zurück bleibt Entsetzen, über die Tat, die den Mob dazu brachte, jede Menschlichkeit abzulegen, über den Mob selbst – aber auch über die Kommentare, die deutlich zeigten, dass das, was in der Nazi-Diktatur passierte, in Deutschland jederzeit wieder möglich ist.

