
1932/33: Überall in Deutschland entstehen, in Hinterzimmern von Kneipen, in Kellerräumen von Wohnhäusern und öffentlichen Gebäude, Kasernen, usw., SA-Gefängnisse.
Eins der bekanntesten SA-Gefängnisse dürfte das am Columbiadamm, gegenüber des Flughafens Tempelhof, neben dem Polizeiabschnitt „Friesenstraße“, gewesen sein.
Eins der größeren SA-Gefängnisse befand sich in der Papestraße, am Werner-Voß-Damm 54a in Berlin-Tempelhof.
Im Keller der ehemaligen Eisenbahnkaserne richteten die SA-Feldjägerkorbs (eine Spezialeinheit der SA), eins von vielen wilden Gefängnissen ein. Betrieben wurde das Gefängnis, in dem 500 namentlich bekannte Menschen, widerrechtlich gefangen gehalten wurden, von März bis Dezember 1933. Etwa 30, der Inhaftierten, starben aufgrund von Misshandlungen.
Die meisten Inhaftierten waren Mitglieder der KPD, SPD, Gewerkschaftler und Juden (Ärzte, Rechtsanwälte). Auch Befürworter der Weimarer Republik wurden inhaftiert. Dabei wurde kein Unterschied zwischen Männer und Frauen gemacht.
Heute ist das ehemalige SA-Gefängnis ein Gedenk- und Informationsort. Besondere Beachtung verdienen dort die Wände. Die Häftlinge mussten oft stundenlang mit dem Gesicht zur Wand stehen. In den unbeobachteten Momenten kratzen sie ihren Namen, Daten oder kurze Nachrichten in die weißen Kalkwände. Diese Nachrichten konnten gesichert werden.
Quellen:
Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/SA-Gef%C3%A4ngnis_Papestra%C3%9Fe
Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße, https://gedenkort-papestrasse.de/
