đ©âđ LOGBUCH EINER AUTINAUTIN | Eintrag1ïžâŁ

Stell dir vor – du, mitten im Leben.
So manches bereits erreicht, erlebt, manches gescheitert – das Leben eben.
ĂberglĂŒcklich wĂ€re vielleicht zu dick aufgetragen, aber wenn man dich fragen wĂŒrde – „Es geht schon. Im GroĂen und Ganzen komm ich zurecht.“
Vor allem hast du Visionen und Ambitionen, WĂŒnsche, TrĂ€ume – also planst und schreitest du voran, so wie man das eben macht.
—–
Und dann passiert etwas.
SCHOCK
Du öffnest die Augen und bist gelÀhmt.
„Wie bitte? Warum liege ich hier und kann mich nicht mehr bewegen??? Was zum Henker ist vorgefallen, es ist doch gar nichts passiert?!“Â ![]()
Ja, irgendwie spinnt die Verdauung, ja mit der Chronobiologie ist alles drĂŒber und drunter, einen Hinweis mehr zu essen, geben die Ărzte mir gratis mit einem Augenzwinkern dazu.
„Entspannen sie sich, es ist nur psychosomatisch.“
Ok. Es ist also im Kopf. Ich bilde mir ein, dass mein Arm sich nicht hebt, obwohl mein Gehirn ihm sendet „Arm heb dich“.
Ja wer weiĂ, vllt hypnotisiere ich mich ja i-wie unbewusst, und deshalb ist mir diese FĂ€higkeit abhanden gekommen. Die Ărzte werden es schon wissen – macht doch Sinn. Es kann schlieĂlich nicht sein, dass ich ein AusmaĂ an FĂ€higkeiten verloren hab, dass der Alltag kaum tragbar geworden ist.
Aber, Nein, warte mal… Aber ES hat mich völlig ĂŒberrascht! Es kam erschĂŒtternd als Schock, wie soll ich es mir vorher ausgedacht haben? – schieĂt mir durch den Kopf.
Irgendetwas passt nicht zusammen… doch ich weiĂ nicht was.
Ich lieg im Bett und denke panisch daran, wie ich es schaffen soll gleich meine Katzen zu fĂŒttern. Verdammt, selber schuld, wenn ich mir das Leben so schwer mach! Und die Panik sie steigt. Und die LĂ€hmung nimmt zu.
Was wird denn jetzt aus mir? Was wird aus meinem Leben?
Werd ich je wieder können, so wie zuvor? Oder ist’s Zeit nun all meine TrĂ€umen fĂŒr immer begraben?
„Du bist depressiv“, sagen sie. „ReiĂ dich halt endlich mal zusammen! MĂ€del“, „komm endlich klar!“
„Ja vielleicht ist’s halt n Burnout. Du musst mehr an die frische Luft, dann wird das schon wieder.“, sagt jemand der es nicht mit mangelnder ZuverlĂ€ssigkeit oder Faulheit verbindet. Immerhin, das klingt vergleichsweise nett.
Auch wenn es nicht hilft.
Ich verstehe es nicht.
Ich kam mein ganzes Leben klar (auch wenn niemand weiĂ, zu welchem Preis).
Sind depressive Menschen denn nicht hoffnungslos und gefĂŒhlstaub? Burnout?
Ja, ich bin paralysiert, erschöpft und ich kann nicht mehr. TatsÀchlich, so wie jemand, der nen Burnout hat, das stimmt schon.
Doch Menschen mit Burnout entweicht der Sinn, entweicht die Hoffnung, der Antrieb.
Mir nicht. Im Gegenteil!
Ich will. Ich hab Ambitionen, ich bin sogar immer wieder begeistert von Dingen. Ich will, aber mein Körper will nicht.
Wie soll das ein Burnout sein?, frag ich mich
Also bild ich es mir wirklich wohl ein.
Vielleicht ist ja nichts vorgefallen, und ich bin einfach wirklich schlicht faul geworden.
Leider zermĂŒrbts mich noch weiter – je mehr ich sie sagen höre, was mit mir sei, was fĂŒr mich richtig sei, was mit mir nicht stimme, was ich zu tun habe.
Und ich zweifel an mir. Nach einem eigentlich wieder einmal unerbetenen Rat-Schlag.
Ich schÀm mich. Sehr.
Mein Haus war, wie es einer russischen Dame gebĂŒhrt, stets piccobello, ich selbst schön gekleidet und hergemacht, wortgewandt, ja charmant.
Ein wenig zu auffÀllig, ja. D
as lieà sich nun mal nicht ganz kaschieren, also hab ich gewÀhlt es zu exaggerieren.
Von einem schrillen Vogel mit Gold-Paletten-Hotpants und Pfauen-Ohrringen, wird schlieĂlich niemand NormalitĂ€t erwarten.
Das wichtigste ist – jetzt soll BLOĂ keiner herkommen – das ist nicht mein Haus. Niemand darf das hier sehen. Mich sehen.
Was ist aus mir geworden?
Wie soll ich der leuchtende Paradiesvogel sein, wenn ich seit 3 Monaten Mount WĂ€scheberg am erbauen bin?
NotdĂŒrftig, wird n Teil dann per Hand gewaschen, was soll man machen.
FrĂŒher war all das nie Thema, aber ich brauch mir da keine Gedanken zu machen. Es ist ja im Kopf.
Einfach – mehr anstrengen, mehr Disziplin! NatĂŒrlich haben sie recht, ich weiĂ nicht warum ich so faul bin, ich komm jezt einfach mal klar! So ich tue’s.
Und ich trink so viel Cafe, dass es mir tatsÀchlich gelingt aufzustehen!
„Ha! Na das geht doch, wer sagts denn?!“
Das ist die Lösung – Mensch, schlicht etwas Cafe, na gut vllt etwas ĂŒbermaĂ – aber schon funktionierts.
Ich sauf das Zeug wie verrĂŒckt und trotzdem schleicht sich die LĂ€hmung erneut wieder ein… – was mach ich?
Logisch – einfach mehr Cafe!
Ich will schlieĂlich mein Leben zusammenhalten und mich nicht anstellen! Was denn sonst? Es ist alles im Kopf.
Indessen zittert alles in mir immer mehr, ich ĂŒbergebe mich, ich habe den halben Tag quĂ€lende Bauchschmerzen, zu denen sich Panikattacken dazugesellen.
Ich ignoriers – denn hey, schlieĂlich komme ich dafĂŒr wenigstens klar!!
Ja sie haben recht.
Eine Frau, die ordentlich aussieht, studiert hat, versiert ist – die soll sich nicht anstellen und Panik bekommen beim Gedanken Geschirr abzuwaschen tsz.
Einfach mehr Cofein, und kein Drama.
Ich mein wo wĂ€ren wir denn…! Wenn jeder, der einfach mal eben schockiert paralysiert wĂ€r, sich faul stellen wĂŒrd und noch Hilfe beanspruchen.
Unerhört!
Ich bin so jedenfalls nicht, ich kam immer irgendwie klar und so mach ich weiter und ich helfe auch anderen weiter.
Mehr Cafe ist indessen physisch nicht unmöglich, und ich bin wieder gelĂ€hmt – doch ein Mensch mit nem spliter im kleinen Zeh kommt zu mir.
Ihn behandele ich 5h lang, kostenfrei.
Man lehnt doch nicht jemandem ab, der Hilfe benötigt!
……
Und nachts sitze ich da und denk nach…
Ein eigenartiger Gedanke beschleicht mich – Was ist, wenn es doch wahr ist – ist das jezt mein neues Ich???
Aber warte bedeutet das –
Habe ich mich mein ganzes Leben bisher angestellt und nicht grad??
Schauspielerei, ist Arbeit, schlussfolgere ich, wÀhrend ich versuche meine ausbrechende Panik, durch Logik, unter Kontrolle zu bringen.
24/7, 365 Tage, 33 Jahre Arbeit am StĂŒck, rechne ich.
Parallel zum normalen Leben natĂŒrlich.
Die Logik stolpert – Das geht doch iwie gar nicht – das kann so nicht sein, ich muss mich wohl irren, verwerfe ich fast den Gedanken, wĂ€hrend der nĂ€chste Geistesblitz auch schon einschlĂ€gt – wenn jemand das geleistet hĂ€tte, Yulia – der wĂ€re doch lĂ€ngst schon zusammengebrochen, das geht nicht. Oder … warte mal….![]()
Und plötzlich stockt mir der Atem.
Ich glaub ich seh nicht richtig, aber ich weiĂ, dass ich’s seh.
Auch wenn ich es nicht versteh.
Ich kann wirklich nicht aufstehen, ich stell mich nicht an.
Es verliert nicht den Wahrheitsgehalt, nur weil andere den Grund nicht verstehen.
Angestellt hab ich mich nicht, aber VERSTELLT, mein gesamtes Leben. Ich versteh nicht im Ansatz, wie das nur so sein kann.
Es verliert nicht den Wahrheitsgehalt, nur weil ich den Grund nicht verstehe.
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 Logbuch einer Autinautin | Eintrag 01
….Fortsetzung folgt…..
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