Heute mal ein Gedankenexperiment.
Stellt euch vor, ich wĂ€re Chef eines der gröĂten Konzerne der Welt.
Ich fördere Ăl und Gas.
Ich baue Autos.
Ich betreibe Tankstellen.
Ich besitze Fluggesellschaften.
ReisebĂŒros.
Hotels.
SupermÀrkte.
Versicherungen.
Logistikunternehmen.
Chemiewerke.
Stahlwerke.
Baufirmen.
Landwirtschaft.
Kurz gesagt: Ich verdiene an fast allem.
Und ich glaube der Wissenschaft. Nicht aus Ăberzeugung, sondern weil Fehlentscheidungen Milliarden kosten.

Mein erster Gedanke:
âKlasse! Ăl wird knapper. Der Preis steigt. Mehr Gewinn fĂŒr meine Ăl-Sparte.â Doch dann rechne ich weiter.
Mein teures Ăl macht Benzin und Diesel teurer.
Weniger Menschen können sich ein Auto leisten oder es unterhalten.
Meine Autohersteller verkaufen weniger Fahrzeuge.
Meine Tankstellen verkaufen weniger Kraftstoff.
Kerosin wird teurer
Flugtickets werden teurer.
Weniger Menschen fliegen.
Meine Fluggesellschaften schreiben schlechtere Zahlen.
Meine ReisebĂŒros verkaufen weniger Reisen.
Meine Hotels bleiben leer.
Gas wird teurer
Meine Chemiewerke produzieren teurer.
Kunststoffe, DĂŒnger und Verpackungen werden teurer.
Die Preise in meinen SupermÀrkten steigen.
Die Menschen kaufen weniger.
Auch meine SupermÀrkte machen weniger Umsatz.
Extremwetter
Meine Landwirtschaft produziert weniger.
Lebensmittel werden knapper und teurer.
DĂŒrren und Ăberschwemmungen beschĂ€digen Fabriken.
StĂŒrme zerstören Lagerhallen.
Niedrigwasser legt die Binnenschifffahrt lahm.
Meine Logistik gerÀt ins Stocken.
Baustellen verzögern sich.
Meine Bauunternehmen verlieren Geld.
Und dann kommt meine Versicherungssparte
Mehr Ăberschwemmungen.
Mehr WaldbrÀnde.
Mehr SturmschÀden.
Meine Versicherungen mĂŒssen Milliarden auszahlen.
Die BeitrÀge steigen.
Noch mehr Menschen können sie sich nicht mehr leisten.
Und irgendwann wird mir klar:
Ich verdiene vielleicht kurzfristig mehr an einer einzigen Sparte.
Aber ich verliere gleichzeitig in fast allen anderen Bereichen meines Konzerns.
Denn Wohlstand entsteht nicht durch teure Rohstoffe. Wohlstand entsteht, wenn Menschen produzieren, einkaufen, reisen, bauen, investieren und sich ihr Leben leisten können.
Eine funktionierende Wirtschaft braucht einen funktionierenden Planeten.
Klar, ich könnte als einer der reichsten Menschen der Welt mein Geld auch in Raketen stecken und vom Mars trÀumen. Ein neuer Planet. Neue Rohstoffe. Neue GeschÀfte.
Aber meine Kund*innen, BeschÀftigten und Unternehmen sind nun einmal hier.
Also investiere ich doch lieber in den einzigen Planeten, auf dem mein gesamtes GeschĂ€ftsmodell ĂŒberhaupt funktioniert?
Eigentlich keine schwere Rechnung, oder?
Es gibt keinen PLANet B.

