Sein Problem sind Menschen, die mit 563 Euro Bürgergeld im Monat über die Runden kommen sollen.
563 Euro!
Eine Summe, die in manchen Städten bereits nach Miete, Strom und den üblichen Preissteigerungen eher nach Überlebensübung als nach komfortablem Leben klingt.
Dobrindt hingegen verdient als Bundesminister ein Vielfaches davon.
Monat für Monat.
Jahr für Jahr.
Doch ausgerechnet Menschen am unteren Ende der Gesellschaft sollen angeblich zu viel bekommen.
Das ist schon bemerkenswert.
Der Mann, dessen bekanntestes politisches Projekt die gescheiterte Pkw-Maut war, die den Steuerzahler Millionen kostete, erklärt nun Menschen, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen, wo gespart werden kann.
Gleichzeitig warnt er regelmäßig vor den Gefahren des Linksextremismus. Man könnte fast meinen, die größte Bedrohung für Deutschland seien nicht rechtsextreme Netzwerke, Hasskriminalität oder demokratiefeindliche Bewegungen, sondern Menschen, die bezahlbaren Wohnraum, höhere Löhne und soziale Sicherheit fordern.
Manchmal frage ich mich, wie Politik aussehen würde, wenn Minister einen Monat lang von dem leben müssten, was sie anderen als ausreichend verkaufen wollen.
Vielleicht würden dann manche Debatten plötzlich ganz anders geführt.
Aber vermutlich wäre dann die wahre Gefahr für Deutschland nicht mehr der Bürgergeldempfänger, sondern die nächste Supermarktrechnung!
Dobrindt und die gesamte CDU-Fettnäpfchen-Inkompetenz macht es sich zur Aufgabe, nach unten zu treten und dabei die Brandmauer mit dicken Feuerwehrschläuchen zu löschen.
Leute, noch 3 Jahre. Bleibt tapfer und kämpft ✊🏼
Autor
Tim Falkenrot
Ich bin Tim Falkenrot. Ich schreibe über Politik, Gesellschaft, Medien und über die Entwicklungen, die mir in unserer Gesellschaft zunehmend Sorgen machen.
Dabei geht es mir nicht darum, jedem zu gefallen oder mich irgendwo bequem einzusortieren. Ich habe eine klare politische Haltung und stehe zu ihr. Ich bin antifaschistisch, sozial orientiert und überzeugt davon, dass eine demokratische Gesellschaft mehr braucht als das bloße Abgeben eines Stimmzettels alle paar Jahre.
Mich interessiert vor allem, was hinter politischen Schlagworten und einfachen Antworten steckt. Wie entstehen politische Erzählungen? Warum funktionieren bestimmte Botschaften so gut? Warum glauben Menschen Behauptungen, die einer einfachen Überprüfung kaum standhalten? Und welche Rolle spielen soziale Medien dabei?
Gerade die Entwicklung der vergangenen Jahre hat mir gezeigt, wie schnell aus einzelnen Behauptungen ganze Weltbilder entstehen können. Algorithmen belohnen Aufmerksamkeit, Empörung und Zuspitzung. Wer immer wieder ähnliche Inhalte konsumiert, landet nicht selten in einer digitalen Blase, in der irgendwann jede neue Behauptung zur vermeintlichen Bestätigung der eigenen Sichtweise wird.
Genau dort möchte ich genauer hinschauen.
Ich beschäftige mich deshalb intensiv mit rechter Kommunikation, der AfD, rechten Influencern und den Mediennetzwerken, die politische Inhalte verbreiten und miteinander verbinden. Dabei interessiert mich nicht nur die offensichtliche Hetze. Spannender sind oft die scheinbar harmlosen Übergänge: der vermeintlich „kritische“ Beitrag, die geschickt platzierte Halbwahrheit, das Video mit dem seriösen Anstrich oder der Influencer, der sich selbst als unabhängigen Aufklärer präsentiert.
Aber Widerspruch bedeutet für mich nicht, die eigene politische Seite von jeder Kritik auszunehmen. Auch linke Politik und linke Bewegungen müssen sich Kritik gefallen lassen. Politische Haltung bedeutet für mich nicht, eine eigene Bubble gegen jede Einordnung zu verteidigen. Sie bedeutet auch, Fehler zu erkennen, unbequeme Fragen auszuhalten und die eigene Position gelegentlich zu überprüfen.
Ich komme dabei nicht aus einer politischen Elfenbeinturm-Perspektive. Mein Blick auf Politik ist stark durch meinen Alltag und meine Erfahrungen als Arbeitnehmer geprägt. Arbeit, soziale Gerechtigkeit, Löhne, Tarifpolitik, Mitbestimmung und die Frage, wie politische Entscheidungen tatsächlich im Leben ganz normaler Menschen ankommen, gehören deshalb genauso zu meinen Themen.
Ich erhebe dabei keinen Anspruch darauf, die Welt allein erklären zu können. Aber ich möchte genauer hinschauen, Fragen stellen und dort widersprechen, wo aus Vereinfachung Manipulation wird und aus Meinung vermeintliche Wahrheit.
Klar denken. Haltung zeigen. Widerspruch wagen.
Das ist Falkenrot.
„Wo Meinung als Wahrheit verkauft wird, beginnt für mich der Widerspruch.“
Tim Falkenrot
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