
Bundesinnenminister Dobrindt (CSU) benutzte, im Zusammenhang mit den Demos der Generation Z, den Begriff „migrantisches Milieu“. Auch der Innenminister von Hessen Roman Poseck (CDU) sprach, in der Pressekonferenz, von einem „migrantisches Milieu“ und verwies zudem auf „Das Stadtbild“.
In der Bundespressekonferenz wurden die Pressesprecher des Bundesinnenministeriums gefragt, was mit einem „migrantisches Milieu“ gemeint sei und wer denn dazu gehöre.
Wie zu erwarten, versuchten der Pressesprecher abzuwiegeln, in dem er angab, das diese Aussage sich nur auf die randalierenden Personen bezog und dies sich wiederum aus dem Bundeslagebild der Polizei ergeben würde. Gleichzeitig sagte der Pressesprecher, dass keine Informationen zu den verhafteten Personen, die randaliert und geplündert hatten, vorliegen.
Der Pressesprecher des Bundesinnenministeriums konnte also keine Angaben dazu machen, wie viele der Personen, die an der Randale teilgenommen hatten, die Deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, wie viele davon einen Migrationshintergrund haben und wie viele Personen eine andere Staatsbürgerschaft besitzen.
Auf die Nachfrage, ab welcher Generation ein Deutscher Staatsbürger nicht mehr dem „migrantisches Milieu“ zugeordnet wird, blieb unbeantwortet.
Halten wir also mal fest:
Das Bundesministerium des Inneren hat keine Erkenntnisse darüber, welche Staatsangehörigkeit die randalierenden Personen haben und, seit wann sie Deutsche Staatsbürger sind. Auf die Frage wann denn Deutsche auch Deutsche sind und nicht mehr Personen mit Migrationshintergrund, wollte man sich nicht festlegen aber, laut hessischem Innenminister stören sie das Stadtbild.
Wenn also Personen Migranten oder Personen mit Migrationshintergrund unterstellen, an den Ausschreitungen Schuld zu sein und das Stadtbild stören, nennt man das, zu Recht, Rassismus.
Tilo Jung, von „Jung und Naiv“ stellte, in der Bundespressekonferenz die Frage, wieso Dobrindt den Begriff „migrantisches Milieu“ genutzt habe, obwohl man, auf die Ausdrucksweise der AfD bezogen, sich darauf geeinigt habe, solche Begriffe nicht zu nutzen. Die Bundespressesprecherin sagte darauf, das man sich dazu selbst Gedanken machen kann und Jung warf ein: „Weil er sich der AfD angenähert habe“. Mit diesem kurzen Einwurf dürfte Tilo Jung wohl den Nagel auf den Kopf getroffen haben.
Es gibt keinerlei Informationen zu den randalierenden Personen, aber, man stellt erst einmal pauschal fest, das es Personen waren, die aus einem „migrantisches Milieu“ kommen, bei denen dann die Deutsche Staatsbürgerschaft keine Rolle spielt, denn „Migranten sind eben so“.
In der Bundespressekonferenz verweist die Bundespressesprecherin auf eine Studie zum „migrantisches Milieu“. Wenn man sich auf Studien beruft, sollte man sie vielleicht auch kennen, denn dann kann man beurteilen, zu welchem Ergebnis die Studie gekommen ist.
Die Studie des Sinus-Institut erforschte dabei Migrantenpopulation in Deutschland, von 2008 und 2018 (2018 im Auftrag des vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V.). Ziel der Studien war es, Erkenntnisse über die Befindlichkeiten, Orientierungen und Perspektiven der Menschen mit Migrationshintergrund zu generieren
Die Studie kam zum Ergebnis: Zitat:
Zentraler Befund der Studien von 2008 und 2018 ist, dass es in der Migrantenpopulation in Deutschland – nicht anders als in der autochthonen Bevölkerung – eine große Vielfalt von Lebensauffassungen und Lebensweisen gibt; Menschen mit Migrationshintergrund können also nicht als homogene Bevölkerungsgruppe gesehen werden. Dabei unterscheiden sich die Migrantenmilieus weniger nach ethnischer Herkunft als nach ihren Wertvorstellungen und Lebensstilen. Menschen des gleichen Milieus, aber mit unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Zuwanderungsgeschichte, verbindet mehr miteinander als mit dem Rest ihrer Landsleute aus anderen Milieus. Ein Rückschluss von der Herkunftskultur auf das Milieu ist so mit nicht möglich – und umgekehrt.
Es gibt also kein migrantisches Milieu. Es gibt nur Menschen, mit unterschiedlichen Lebensanschauungen und Werten, unabhängig von Herkunft und Staatsbürgerschaft.
Die Studie unterscheidet zwischen
- Statusbewusstes Milieu
- Traditionelles Arbeitermilieu
- Religiös-verwurzeltes Milieu
- Prekäres Milieu
- Konsum-Hedonistisches Milieu
- Bürgerliche Mitte
- Adaptiv-Pragmatisches Milieu
- Experimentalistisches Milieu
- Milieu der Performer
- Intellektuell-Kosmopolitisches Milieu
Mit der Äußerung zu einem migrantischen Milieu, wurde bereits eine Grenze des Sagbaren überschritten und darauf aufgesetzt wurde der Hinweis an das Stadtbild, das dann wohl störend wirkt. Wie weit die Grenze überschritten wurde, sieht man, wenn man dabei die Aussagen aus der NS-Zeit, über Volksgruppen, ersetzt.
Das immer wieder Grenzen des Sagbaren überschritten wird, sieht man nicht nur an der AfD, sondern inzwischen auch an der CDU und CSU. Auch Bundeskanzler Merz, hat sich ebenfalls, in der Vergangenheit, mit „Kleinen Paschas“, „Stadtbild-Äußerung“ und anderen Aussprüchen, in einer Form geäußert, die gesellschaftlich verpönt und geächtet sein sollte.
Das die Sprache, und damit auch die Denkweise von Menschen, in der Gesellschaft, immer mehr verroht und keine Grenzen mehr kennt, sieht man an Beiträgen in den Netzwerken. Dieses hat sich, mit dem Einzug der AfD, in den Bundestag, fortgesetzt und wird nun, von Politikern, aus anderen Parteien, übernommen.
Wenn man von einem „migrantisches Milieu“ spricht, dann bezieht man alle Personen ein, die einen Migrationshintergrund haben, also auch Polizeibeamte, Ärzte, Pflegepersonal, usw. . Millionen Menschen, deren Vorfahren einstmals, aus allen Herrenländern nach Deutschland kamen und Deutsche wurden, arbeiten und leben in Deutschland, das bereits die Heimat ihrer Vorfahren wurde. Sie scheinen dann aber zu stören, wenn sie im Stadtbild sichtbar sind und nicht ausreichend „Deutsch“ aussehen.
Die Gesellschaft darf eine derartige, menschenverachtende Sprache, nicht zulassen, muß sie anprangern und deutlich machen, das hinter der Sprache eine Überzeugung steht, die in der Politik nichts zu sehen hat.
Politiker sind allen Bürgern gegenüber verpflichtet, ohne Ausnahme, ohne Ausgrenzung.
Quelle:
Bundespressekonferenz am 02.11.2026, https://youtu.be/X7x-kaP1e7U?si=aJ2-kvDaCUp-Uczr
Pressekonferenz in Frankfurt am 01.11.2026, https://youtu.be/-dugdvnNo14?si=PigiK1RJ9jA0lmgy

