
2014 streikten tausende Schüler und Studenten gegen Rassismus, willkürliche Abschiebungen und gegen Krieg.
Damals war noch Klaus Wowereit (SPD) Regierender Bürgermeister von Berlin und Frank Henkel (CDU) war Senator für Inneres.
Schon im Vorfeld der Demo wurde Angst, vor möglichen Ausschreitungen geschürt. Berlin zog Polizeibeamte aus dem Bundesgebiet zusammen und fuhr an Technik alles auf, das so der polizeiliche Fuhrpark zu bieten hatte. Dazwischen Polizeihundeführer.

Das Land Berlin zeigte, wie viel Angst sie vor den jungen Menschen hatten, die doch angeblich unsere Zukunft sein sollen.
Was die jungen Menschen lernten, war wie viel Gewalt der Staat bereit ist, einzusetzen, um die eigene Angst zu unterdrücken.
Außer ein paar kleine Rangeleien, kam es zu keiner Gewalt, die von den Jugendlichen ausging. Es gab keine brennenden Fahrzeuge, keine eingeschlagenen Scheiben, keine Plünderungen, keine Steinwürfe.
Was es gab, waren tanzende Clowns.

Am 31.10.2026 wollen nun wieder Schüler demonstrieren. Sie wollen für eine bessere Bildung und gegen Kürzungen auf die Straße gehen und wieder will der Staat seine Angst deutlich zeigen, verknüpft die Angst mit Ausschreitungen in Frankreich.
Wieder will der Staat Stärke demonstrieren, ohne, dass es im Vorfeld (außer in Medien) irgendwelche Aufrufe zur Gewalt gegeben hätte. Niemand hat „geschottert“ (Steine ausgegraben) und sich auf Straßenkämpfe vorbereitet und trotzdem tut man, in den Medien, so, als wären, landesweit, und gerade in Berlin, mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen zu rechnen.
Stellt sich jemand, in der Politik, oder in den Medien, mal die Frage, was für ein Staatsbild wir eigentlich den jungen Menschen vermitteln, die dann da sein werden, wenn wir schon lange mit Erde bedeckt sind?
Man regt sich über die PISA-Studien auf, verurteilt die Schulabbrecher und fragt sich nicht, warum das eigentlich so ist. Jugendliche haben nur dann eine Zukunft, wenn man sie bei der Entwicklung, in jeder Form, unterstützt und diese Unterstützung kostet Geld.
Der Staat trägt eine Verantwortung für die Menschen, die unsere Zukunft sein sollen und lässt sie im Stich, streicht ihnen die Bildung- und Kulturmittel zusammen. Warum sollten junge Menschen sich für den Staat verantwortlich fühlen, wenn der Staat sich nicht für sie verantwortlich fühlt?
Wer Geld dafür hat, Wasserwerfer und tausende Polizeibeamte, gegen Jugendliche aufzufahren, hat auch Geld für Bildung und Kultur, für die Zukunft unserer Kinder und Enkel.

