Wahrscheinlich wird dieser Beitrag keinen einzigen überzeugten AfD-Anhänger erreichen.
Vielleicht wird ihn niemand lesen, der seine Meinung deshalb ändert.
Und nein. Ich spiele hier nicht den Moralapostel, der glaubt, die AfD-Wählerschaft bekehren zu können.
Ich stelle nur eine einzige Frage.
Möchtest du wirklich so sein?
Nicht protestieren oder den etablierten Parteien einen Denkzettel verpassen.
Nein. Möchtest du wirklich an der Seite einer Partei stehen, deren führende Köpfe immer wieder durch rechtsextreme Aussagen auffallen? Einer Partei, die von Neonazis unterstützt wird und deren Verbindungen ins rechtsextreme Milieu seit Jahren dokumentiert werden?
Vielleicht hast du die AfD gewählt, weil du enttäuscht bist. Weil du wütend bist. Weil du das Gefühl hast, niemand hört dir mehr zu.
Diese Gefühle kann ich nachvollziehen.
Aber sie beantworten nicht die entscheidende Frage.
Möchtest du wirklich Teil einer politischen Entwicklung sein, die Menschen nach Herkunft, Religion oder Abstammung bewertet? Einer Entwicklung, die demokratische Institutionen verächtlich macht und immer neue Feindbilder braucht?
Geschichte beginnt nicht erst dort, wo Uniformen getragen werden. Sie beginnt, wo Ausgrenzung normal wird. Wo Hass salonfähig wird und Menschen wegschauen, weil sie glauben, ihr Protest rechtfertige alles.
Ich will dich nicht belehren.
Ich frage dich nur, wenn deine Kinder oder Enkel dich eines Tages fragen, auf welcher Seite du gestanden hast… wirst du deine Antwort mit Überzeugung geben können?
Denn am Ende entscheidet nicht dein Protest darüber, wie man sich an dich erinnert.

