
Höcke in einer Identitätskrise?
Björn Höcke (AfD) wurde 1972 in Lünen geboren. Lünen liegt im Landkreis Unna, im Bundesland Westfalen. Aufgewachsen ist Höcke im Westerwald. Nach Thüringen ist er erst lange nach dem Mauerfall gezogen.
Westfalen gehörte zum britischen Sektor, während der Westerwald erst US-Sektor war, dann aber an die Franzosen ging.
Er ist also durch und durch Wessi.
Nachdem Höcke nach Thüringen gezogen ist und dort politisch aktiv wurde, versucht er immer mehr den Eindruck zu erwecken, er wäre ein ehemaliger DDR-Bürger.
Höcke kennt die DDR allerdings nur vom Hören-Sagen.
Nun stellt sich Höcke vor ein Mikrofon und behauptet doch allen Ernstes, dass nur die ehemaligen DDR-Bürger echte Deutsche wären, während die Menschen, die im Westen aufgewachsen sind, durch die USA erzogen wurden. Das bedeutet, dass von 83 Millionen Menschen gerade einmal knapp 16 Millionen Menschen echte Deutsche wären. Das klingt witzig, das Lachen vergeht einem aber, wenn man über den möglichen Zweck einer solchen Aussage nachdenkt.
Höcke scheint komplett zu verdrängen, wo er selbst geboren und aufgewachsen ist. Er scheint auch zu vergessen, dass der Westen in drei alliierte Bereiche (Franzosen, Briten und USA) unterteilt war und er scheint zu übersehen, das die DDR durch die UDSSR besetzt war, die dort ihren Einfluss ausübte, und das viel stärker als die Westalliierten im Westen.
Wenn ein Mensch vergisst, woher er stammt, wie er aufgewachsen ist und sich als etwas darstellt, was er nicht ist, muß man eine Identitätskrise vermuten.
Was aber bezweckt Höcke mit solchen Aussagen?
Der Osten und der Westen sind selbst nach über 30 Jahren immer noch nicht wirklich zusammengewachsen, was auch an den unterschiedlichen Löhnen liegt. Allerdings wurden die Menschen im Osten anders sozialisiert, als im Westen und die Unterschiede, die hauptsächlich in den Köpfen bestehen, müssen, über Generationen abgebaut werden. Bei zu vielen Menschen ist die Mauer, auch wenn sie im Land, real, nur noch in Teilen und als Mahnmal besteht, im Kopf noch verankert. Ossi,- wie auch Wessi-Bashing ist an der Tagesordnung und belastet die Menschen, entzweit sie. Wie sehr die Menschen entzweit sind, sieht man auch daran, das im Osten die AfD sehr viel stärker ist, als im Westen.
Höcke will offensichtlich die Gräben zwischen Ost und West weiter vertiefen. Er versucht, das alte Gefühl „Wir“ auf dem Gebiet der ehemaligen DDR wieder aufzubauen und damit eine Mauer, zwischen Ost und West zu schaffen, die auch real werden könnte, denn die AfD steht für einen 1-Parteien-Staat, den sie mit dem Westen nicht erreichen können.
Ein 1-Parteien-Staat im Osten würde voraussetzen, das der der Osten sich von Deutschland komplett abkoppelt, einen eigenen Staat gründet. Es würden zwei Deutsche Staaten existieren, die wirtschaftlich und finanziell vollkommen getrennt wären. Vielleicht hofft die AfD ja darauf, dass Russland dann den neuen Staat finanziert. Wir wissen aber, dass die UDSSR die DDR ausgepresst hat und die DDR nie ohne den Westhandel, und damit hereinkommende Devisen, hätte bestehen können.
Was können wir dagegen tun?
Wir müssen uns klar gegen solche Aussagen, wie von Höcke, distanzieren. Der Mauerbau, 1961, trennte Familien, Freunde, Liebende und Kollegen, und das dürfen wir nie wieder zulassen.
Wir müssen ganz klarmachen, dass wir ein Deutschland sind und wir uns nicht weiter spalten oder gar trennen lassen.
Wenn wir uns nicht dagegen stellen, werden wir ein Deutschland haben, das so aussieht, wie ab 1961 und das kann niemand wollen.
Quellen:
„Spiegel Politik“, 08.06.2026, „Björn Höcke spricht den Westdeutschen das Deutschsein ab“
„Die Zeit“, 11.08.2024, „Wie Björn Höcke zum Ober-Ossi wurde“ https://www.zeit.de/kultur/2024-08/ostdeutsche-identitaet-simson-bjoern-hoecke-wahlkampf-symbol-ddr
Wikipedia, „Björn Höcke“, https://de.wikipedia.org/wiki/Bj%C3%B6rn_H%C3%B6cke
