Diesen Beitrag habe ich vor längerer Zeit schon einmal veröffentlicht. Beim erneuten Lesen musste ich feststellen: Leider ist er heute aktueller denn je.
Deutschland ist doof!
Dieser Satz ist bewusst provokant. Natürlich ist nicht Deutschland als Land doof. Es geht um die Widersprüche, die wir täglich erleben. Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt und diskutieren trotzdem darüber, ob Rentner Flaschen sammeln müssen, Kinder in Armut aufwachsen oder Beschäftigte trotz Vollzeit kaum über die Runden kommen. Milliardenvermögen wachsen immer weiter, während bei Bildung, Krankenhäusern, Wohnungsbau und Infrastruktur ständig angeblich das Geld fehlt.
Wir erleben die Folgen der Klimakrise, sehen Überschwemmungen, Hitzewellen und Waldbrände. Gleichzeitig wird Wissenschaft von manchen zur Meinung erklärt und notwendige Maßnahmen werden als ideologischer Angriff dargestellt.
Wir wissen, dass Rechtsextremismus eine der größten Gefahren für unsere Demokratie ist. Trotzdem erhalten diejenigen immer mehr Aufmerksamkeit, die Hass schüren, Feindbilder aufbauen und einfache Antworten auf komplizierte Fragen versprechen.
Und während all das passiert, streiten wir lieber über Nebensächlichkeiten. Menschen werden gegeneinander ausgespielt, statt gemeinsam die eigentlichen Probleme anzugehen. Genau das nützt denen, die von Spaltung leben. Manchmal benehmen wir uns so, als hätten wir aus Geschichte, Wissenschaft und sozialer Realität herzlich wenig gelernt.
Als ich diesen Text damals geschrieben habe, hielt ich ihn für eine überspitzte Gesellschaftskritik. Heute wirkt er beinahe zurückhaltend. Denn wenn ich auf die Entwicklung der letzten Zeit blicke, drängt sich ein unangenehmer Gedanke auf: Deutschland ist tatsächlich noch dööfer geworden!

