
Nur wenigen Menschen wird der „Rosenstraßen-Protest“ bekannt sein und doch war er wichtig.
Bis die Nazis die Rassengesetze, 1935, einführten und sogenannte „Mischehen“, also Ehen zwischen Juden und Nichtjuden verboten wurden, waren die Eheschließungen alltäglich. Man liebte sich, also heiratete man und gründete eine Familie.
Mit den Gesetzen kam der Druck auf die Paare und Familien.
Die Nazis forderten die Paare auf, sich scheiden zu lassen und versprachen den jüdischen Ehepartner die Ausreisemöglichkeit. Ebenso boten sie kinderlosen Paaren die Annullierung der Ehe an. Mit den Jahren nahm der Druck zu, speziell, als die Nazis, 1941, Gesetze, erließen, die eine Ausreise von Juden, unterbinden sollten.
Ab 1941 machte einige Paare Gebrauch von der Scheidung und Annullierung, um ihren jüdischen Partner zu retten, so auch Heinz Rühmann. Viele Paare verweigerte sich, obwohl ihnen, zu diesem Zeitpunkt, bereits klar war, dass diese Weigerung dazu führen konnte, deportiert zu werden.
Bis 1941 waren Paare, bei denen die Ehefrau nicht jüdisch war noch relativ, vor einer Deportation, geschützt. Ab 1941 änderte sich das radikal. Die Nazis hatten bereits vor 1941 Zwangsannullierungen der Ehen durchgeführt, ab 1941 verstärkten sie es, verhafteten danach die Männer und inhaftierte sie, um sie dann zu deportieren. Das war der Auslöser für den „Rosenstraßen-Protest“.
27. Februar 1943
Berlin war, zu dem Zeitpunkt, eine der wenigen Städte, die noch nicht „Juden frei“ gemeldet worden waren und dies wollte die Nazi-Führung ändern. Die Nazi-Führung wollte nun auch die jüdischen Männer, sogenannter „arischen“Frauen festnehmen und deportieren. Die Scheidung war von den Paaren verweigert worden, die Annullierungen akzeptierten sie nicht.
Am 27. Februar 1943 verhaftete die SS und die Gestapo die Juden, die sie finden konnten. Unter diesen 8.000 verhafteten Juden befanden sich 2.000 Juden, die Ehemänner einer sogenannten „arischen“ Frau waren, bisher die Scheidung verweigert hatten und die Annullieren nicht akzeptierten.
Die 2.000 Juden wurden separiert und in der Rosenstraße 2-4, in Berlin-Mitte, nahe am Alexanderplatz, inhaftiert.
Bereits am gleichen Tage trafen die Frauen und Angehörige der Inhaftierten, vor dem Gebäude in der Rosenstraße ein, um dort zu protestieren und die Freilassung der Inhaftierten zu fordern. Auch auf den darauf folgenden Tagen blieben die Proteste, mit mehreren hundert Personen, anhaltend. Die Polizei versuchten die Proteste aufzulösen, drohten Gewalt an, aber vergeblich. Die Menschen wichen nicht.
Am 5. März 1943 wurde ein Teil der Inhaftierten zur Zwangsarbeit, nach Auschwitz III, Monowitz, transportiert. Während einige Juden, ab dem 2. März, freigelassen worden waren.
Die anhaltenden Proteste veranlassten die Nazis, die deportierten Juden, aus Auschwitz zurückzuholen. Die Nazis hatten Angst, dass sich die Proteste ausweiten könnten, da inzwischen auch Personen, die nicht betroffen waren, an den Protesten teilnahmen.
Die 6.000 Juden, die ebenfalls verhaftet wurden, für die es aber keine Proteste gab, wurden nach Theresienstadt und Auschwitz-Birkenau verschleppt, wo sie getötet wurden.
Der Rosenstraßen-Protest verdeutlicht, dass Gegenwehr, gerade, wenn dieser in einem größeren Umfang stattfindet, durchaus Wirkung zeigen kann und in diesem Fall Menschenleben rettete.
Quellen:
Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Rosenstra%C3%9Fen-Protest
Topografie des Terrors, Gedenkort Rosenstraße 2-4 -Internierung und Protest im NS-Staat, 26. Februar 2013, https://www.topographie.de/veranstaltungen/detail/gedenkort-rosenstrasse-2-4-internierung-und-protest-im-ns-staat
Gedenktafeln in Berlin, Rosenstraßen-Protest, https://www.gedenktafeln-in-berlin.de/gedenktafeln/detail/frauenprotest-in-der-rosenstrasse/184
