
Die AfD möchte wieder AKWs bauen und die Begründungen dafür sind absurd.
Deutschland schaltete die letzten 3 AKWs, Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 am 15. April 2023 ab. Wäre es nach der CDU gegangen, wären die Kraftwerke schon früher außer Betrieb genommen, der damalige Wirtschaftsminister, Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen) verlängerte die Laufzeit um 3,5 Monate.
Wie man sehen kann, ist, durch die Abschaltung, weder die Deutsche Wirtschaft zusammengebrochen, noch standen Haushalte ohne Strom da.
Alles lief und läuft weiter, auch ohne AKWs.
Die Hälfte des Strombedarfs wird bereits durch erneuerbare Energien, wie Wind, Sonne und Wasser gedeckt, während die andere Hälfte noch durch Verbrennung von Gas, Kohle und Öl gedeckt werden muss.
Die Abdeckung durch fossile Brennstoffe ist noch nötig, weil zum einen Speicher fehlen, die den nicht verbrauchten Strom speichern können, zum anderen die Stromnetze umgebaut werden müssen, da die erneuerbaren Energien keinen dauerhaft gleichmäßigen Strom liefern.
Richtig ist, das viele große Unternehmen, für ihre Produktionen, eine große Menge an Strom benötigen, die derzeit noch ohne die fossilen Brennstoffe, nicht gedeckt werden kann. Allerdings wird sich dies ändern. So werden öffentliche Gebäude mit Sonnenkollektoren und Speicher ausgestattet, sodass sie unabhängig vom öffentlichen Stromnetz sind und damit das Stromnetz entlasten. Gleichzeitig haben sich viele landeseigene Hausverwaltungen dafür entschieden, die Gebäude mit Sonnenkollektoren auszustatten, Speicher aufzustellen und Strom zur Abnahme durch E-Fahrzeuge, mithilfe von E-Zapfsäulen, möglich zu machen. Selbst Hochhausblocks mit 50.000 Wohnungen werden so unabhängig vom Stromnetz und der Strom, aus Wind, Wasser und eingespeisten Überschüssen, steht den Großabnehmern zur Verfügung.
Richtig ist, dass es, in den Regionen Deutschlands unterschiedliches Wetter gibt und es vorkommt, dass in wenigen Regionen der Wind nur mäßig bläst, während der Himmel stark bedeckt ist (genannt: Dunkelflaute). Zwar sind die Solarpaneele heute schon so empfindlich, dass normales Tageslicht für Stunden Strom produziert, dies aber nicht ausreicht, um den realen Bedarf zu decken. Um die Stromproduktion, in solchen Fällen, regional zu erhöhen, wird die Wasserkraft und Biomasse genutzt.
Sollte die Stromproduktion immer noch nicht ausreichen, geht Deutschland Strom einkaufen, da Strom aus Norwegen oder Frankreich und anderen Ländern, sehr viel günstiger ist, als Kohle, Öl oder Gas zu verbrennen. Gleichzeitig verkauft Deutschland auch Strom z.B. an Frankreich, wenn dort Atomkraftwerke abgeschaltet werden müssen und sie daher unter einer Stromknappheit leiden. Möglich macht es das europäische Verbundsystem, in dem europäische Staaten, kostengünstig dort Strom einkaufen können und so den Bedarf, in Europa, ausgleichen.
Die Aussage „Deutschland muss ja Strom einkaufen“, die sich gegen erneuerbare Energien richtet, ist zwar richtig, aber irrelevant, denn Deutschland kauft nicht nur ein, sondern verkauft auch.
Auch der Einwurf, das Deutschland, aus dem Ausland, Atomstrom kauft, ist korrekt, allerdings ist der Anteil gering (ca. 4 %, der restlich importierte Strom stammt aus erneuerbaren Energien) Deutschen Strombedarfs und sinkt weiter. Atomstrom wird vorrangig aus Dänemark, Frankreich, Niederlande und weiteren Ländern bezogen, während Deutschland wiederum ein Strommix liefert.
Ein Problem, für den Stromverbrauch, stellen die KI-Rechenzentren dar, die nicht nur einen hohen Stromverbrauch durch die Rechenleistung, sondern auch für den Betrieb der Kühlung, haben. Um den Stromverbrauch, unabhängig vom regulären Stromnetz, zu decken, zumal immer mehr mit KI gearbeitet wird, werden wohl eigene Konzepte, durch die Unternehmen, entwickelt werden müssen, unabhängig, vom Kohle, Öl, Gas und Atomstrom.
Quellen:
Strom Report, Stromhandel 2025, https://strom-report.com/stromhandel/
ENBW-Unternehmen, Das europäische Stromnetz, https://www.enbw.com/unternehmen/themen/netze/das-europaeische-stromnetz.html
Wikipedia, Europäisches Verbundsystem, https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4isches_Verbundsystem
Wikipedia, Dunkelflaute, https://de.wikipedia.org/wiki/Dunkelflaute
Bundesnetzagentur, Dunkelflaute? Kein Grund zur Panik, https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Allgemeines/DieBundesnetzagentur/Insight/Texte/Energiewende/Dunkelflaute.html
Bundesnetzagentur, Ausbau der erneuerbaren Energien 2025, https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/20260108_EEG.html

