
Wir leben in einer Zeit, die Angst machen kann und vielen Menschen Angst macht.
In den letzten Jahren haben wir mit vielem umzugehen, das Angst machen kann. Das fängt mit Corona an, geht weiter zu den russischen Angriffen auf die Ukraine und die damit verbundenen Drohungen gegen Deutschland und Europa und führt zu Trump und seine Kriegslust, seine Unberechenbarkeit und seine Zollpolitik. Dazu kommen dann noch Meldungen von Aufständen und Menschenjagden, Morde, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Stürme und Tornados, Überschwemmungen und die Klimaveränderungen, steigende Preise und Verknappungen
Mit diesen Ängsten muss man Tag für Tag umgehen, Wahrscheinlichkeiten abwägen, versuchen, sich zu schützen und darauf hoffen, dass die Politik schon das Richtige tun wird, um die schlimmsten Folgen zu verhindern.
Das Gefühl von Angst ist vollkommen normal, denn es soll dabei helfen, uns vor Gefahren zu schützen und Entscheidungen, über unser weiteres Handeln, möglich zu machen. Der Mensch hat, in Angstsituationen, zwei Reflexe. Da ist der Kampfreflex, denn wir z.B. dann benötigen, wenn wir uns aus einer Gefahrensituation herauskämpfen müssen. Der zweite Reflex ist der Fluchtreflex, der uns abwägen lässt, bevor wir in der Gefahrensituation sind, aus der wir uns herauskämpfen müssen.
Der Fluchtreflex ist, bei Lebewesen, sehr viel stärker ausgeprägt, da dieser eher das Überleben sichert.
Zum Problem werden die Reflexe, wenn sie nicht anwendbar sind, wie z.B. bei einer Pandemie, der Klimakrise, hohen Lebensmittelpreisen, usw. In solchen Fällen ist es wichtig, bereits andere Strategien entwickelt zu haben oder diese zu entwickeln.
Die schlechteste Strategie ist es, die „Vogel-Strauss-Strategie“ zu nutzen (nein, der Strauss steckt seinen Kopf nicht in den Sand.) und zu glauben, das sich ein Problem lösen würde, in dem man das Problem nicht zur Kenntnis nimmt.
Selbst, wenn wir versuchen, ein Problem nicht zur Kenntnis zu nehmen, bedeutet das ja nicht, dass das Problem uns nicht betrifft. Wir weigern uns nur so lange, das Problem zu sehen, bis es uns, wie ein Tresor, aus dem 10. Stockwerk, auf den Kopf fällt und das Ergebnis kann dann eben auch tödlich sein, wie man bei Corona gesehen hat.
Sich der Realität verweigern ist ein Problem, das dann verschlimmert wird, wenn man sich Informationen sucht, die die eigene Realitätsverweigerung bestätigen. Die Realität verändert sich dadurch nicht, nur der eigene Blickwinkel auf die Realität wird verzerrt, sodass man dann ziemlich hilflos dasteht, wenn man von der Realität eingeholt wird.
Sinnvoller ist es, die Realität zur Kenntnis zu nehmen, sich mit ihr auseinander zu setzen und sein Leben und Handeln anzupassen. Realitätsflucht ist zwar auch eine Flucht, aber keine angeborene oder genetisch bedingte Flucht, sondern eine anerzogene oder, durch Überforderung, entwickelte.

