
Unendlich viele Kriege, an denen Preußen und Bayern beteiligt waren, wie auch der Durchzug von ausländischen Truppen, dezimierte immer wieder die Bevölkerung. Europa befand sich nahezu ständig im Krieg. Junge Männer, die nur das Soldatenleben kannten, beteiligten sich auch an fremden Feldzügen.
Im 1871 neu gegründeten Reich lebten 41. Millionen Menschen und Berlin war, mit 421.000 Menschen die größte Stadt.
Die Industrialisierung begann zwar bereit 1830, hatte aber erst 1870, durch den Bau von Eisenbahnstrecken, sowie der Produktion von Stahl, ihren Durchbruch.
Das Reich brauchte männliche Kinder, die in der Industrie und in der Landwirtschaft arbeiteten, Moorgebiete urbar machten und als Soldaten zur Verfügung standen. Um den Bedarf zu sichern, stellte man Homosexualität und Bisexualität, zwischen Männern, durch den § 175 StGB, unter Strafe.
Die Folgen waren, dass homosexuelle Männer sich das Leben nahmen, in Haft saßen, unehrenhaft aus der Armee ausgeschlossen wurden oder gezwungen waren, in Ehen einzuwilligen, um den Schein zu wahren, während sie ein geheimes Leben führen mussten, immer in der Angst, entdeckt zu werden.
Zum Anschein gehörte auch, Kinder zu zeugen, denn eine kinderlose Ehe führte zu Gerede und zu Verdachtsäußerungen, gerade dann, wenn der Mann die Gesellschaft von Männern vorzog. Gelegentlich soll es Vereinbarungen zwischen den Ehepartnern gegeben haben. Wenn dem aber so war, dürfte es sich eher um Einzellfälle gehandelt haben, sodass die Ehefrau unwissend blieb.
Die Homo und Bisexualität von Frauen stand nicht unter Strafe, wurde aber gesellschaftlich geächtet.
Die Einführung des § 175 StGB, der erst 1994 abgeschafft wurde, sorgte für unendliches Leid, besonders, weil die Gesetze unter Hitler noch einmal massiv verschärft wurden. So wurden homosexuelle Männer zu Zuchthausstrafen verurteilt, bei der es keine Haftentlassung, sondern eine Überführung in die KZs gab, wo sie kastriert oder getötet wurden.
Obwohl der § 175 StGB gestrichen wurde und somit keine juristische Verfolgung mehr, in Deutschland, stattfindet, werden homosexuelle immer noch, gesellschaftlich verfolgt, ausgestoßen, misshandelt und getötet. Menschen leiden weiter und daran hat auch die Erlaubnis, eine Ehe zwischen Homosexuellen zu schließen, nichts geändert, ganz im Gegenteil. Seitdem die AfD sich gegen homosexuelle Menschen positioniert, nehmen Angriffe zu. Für das Jahr 2025 registrierte das BKA 2377 queerfeindliche Straftaten, was einen Anstieg um 12,8 % gegenüber dem Jahr 2024 bedeutet.
Quelle:
BKA, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2025/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2025/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2025.html
