
Pflege, die die Bundesregierung sich nicht mehr leisten will
Pflegst Du bereits Familienangehörige? Wirst Du Familienangehörige pflegen müssen oder selbst irgendwann auf Pflege angewiesen sein? Ja? Dann halte Dich gut fest!
Die Bundesregierung plant auch in dem Bereich „Pflege“ Kürzungen durchzuführen.
Wer Angehörige pflegt, soll 30 % weniger Rente erhalten und das betrifft zumeist Frauen.
Menschen, die nicht verheiratet sind bzw. keine Kinder haben, sollen mehr in die Pflegeversicherung einzahlen und auch, wer nicht berufstätig ist, soll zur Pflegeversicherung herangezogen werden.
Der Pflegegrad 1 soll abgeschafft werden, die Pflegegrade 2 bis 5 werden neu festgelegt, sodass sie später erreicht werden können. Für die zu pflegenden Menschen bedeutet das, weniger Heil- und Hilfsmittel, weniger finanzielle Unterstützung. Häusliche Pflege muss dadurch häufiger selbst gezahlt werden.
Pflegeheime kosten jetzt schon rund 4000 Euro im Monat (man hat man durchgerechnet, das eine Dauerkreuzfahrt, mit allen Annehmlichkeiten, incl. medizinischer Betreuung, nur die Hälfte kostet). Auch dort will die Bundesregierung sparen, in dem sie die Zuzahlungen massiv kürzt, bzw. die Staffelung der Zuzahlung, aus der Pflegeversicherung, erst später einsetzt.
Schon heute fehlen rund 200.000 Pflegekräfte in Altenheimen und Krankenhäusern. Durch die Demografie und die Einwanderungs- und Asylgesetze wird dieser Zustand noch verschärft. Pflegeplätze werden selten, und Pflege im häuslichen Bereich werden immer weniger möglich sein.
Pflegende Angehörige werden übermäßig belastet, denn ohne Vollzeitjob fehlt am Ende die Rente und sie werden später oder gar nicht, finanziell, unterstützt.
Schon 2012 wiesen Menschen, die in der Pflege arbeiten, gemeinsam mit pflegenden Angehörigen, auf die massiven Missstände hin, veranstalteten Demos, die sie „Pflege am Boden“ nannten und seit dem hat sich nichts verbessert, wird sich jetzt aber noch verschlimmern.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Artikel 1 des Grundgesetzes) und das gilt auch für Menschen, die auf Pflege angewiesen sind. Diese Würde wird mit Füßen getreten, wenn man die Pflege, durch Kürzungen, erschwert oder unmöglich macht.
Quellen:
So soll durch die Pflegereform gespart werden, Tagesschau vom 4.6.2026, https://www.tagesschau.de/inland/pflegeversicherung-reform-entwurf-100.html "Gesetzentwurf für Pflegereform sieht höheren Pflegebeitrag für kinderlose Menschen und mehr Hürden für Einstufung vor" 4.6.2026, Deutschlandfunk, https://www.deutschlandfunk.de/gesetzentwurf-fuer-pflegereform-sieht-hoeheren-pflegebeitrag-fuer-kinderlose-menschen-und-mehr-huerd-100.html
"Die Pflege liegt am Boden" vom 30.10.2014, Heike Langenberg, Ver.di,
https://publik.verdi.de/ausgabe-2014-07/die-pflege-liegt-am-boden/
