Ein wachsendes Archiv
Kein Tag ohne Erinnerung
Jeden Tag erinnern wir an Menschen, die sich widersetzten, an Opfer rechter Gewalt und an Entscheidungen, deren Folgen bis in unsere Gegenwart reichen.
November: die Ereignisse
4. November
Etkar André wird hingerichtet
Der kommunistische Politiker und frühere Hafenarbeiter Etkar André organisierte vor 1933 den Roten Frontkämpferbund in Hamburg und wurde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten festgenommen. Nach einem Todesurteil der NS-Justiz wurde er am 4. November 1936 im Gefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel hingerichtet.
8. November
Georg Elser verübt das Attentat im Bürgerbräukeller
Der Schreiner Georg Elser brachte im Münchner Bürgerbräukeller einen selbst konstruierten Sprengsatz an, um Adolf Hitler und die NS-Führung zu töten. Die Bombe explodierte am 8. November 1939; Hitler hatte den Saal wenige Minuten zuvor verlassen. Elser wurde noch am selben Abend festgenommen.
10. November
Eduard Müller wird hingerichtet
Der katholische Kaplan Eduard Müller arbeitete besonders mit Jugendlichen, hielt Verbindung zu kritischen Gemeindemitgliedern und beteiligte sich an der Verbreitung regimekritischer Schriften. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zum Tode; am 10. November 1943 wurde er in Hamburg hingerichtet.
Hermann Lange wird hingerichtet
Der katholische Priester Hermann Lange setzte sich mit den Verbrechen und dem Krieg des NS-Regimes auseinander und verbreitete gemeinsam mit anderen Geistlichen regimekritische Texte. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zum Tode; am 10. November 1943 wurde er in Hamburg hingerichtet.
Johannes Prassek wird hingerichtet
Der katholische Priester Johannes Prassek kritisierte die NS-Herrschaft in Predigten und Gesprächen, verbreitete vervielfältigte Predigten des Bischofs von Galen und unterstützte Zwangsarbeiter. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zum Tode; am 10. November 1943 wurde er in Hamburg hingerichtet.
Karl Friedrich Stellbrink wird hingerichtet
Der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink kritisierte nach dem Luftangriff auf Lübeck 1942 öffentlich die NS-Herrschaft und arbeitete mit drei katholischen Geistlichen zusammen. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zum Tode; am 10. November 1943 wurde er in Hamburg hingerichtet.
Adolf Schütz wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Adolf Schütz gehörte als 18-jähriger Jugendlicher zur Ehrenfelder Gruppe. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
Barthel Schink wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Barthel Schink gehörte als 16-jähriger Jugendlicher zu den Edelweißpiraten und zur Ehrenfelder Gruppe. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
Franz Rheinberger wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Franz Rheinberger gehörte als 17-jähriger Jugendlicher zum Umfeld der Edelweißpiraten und zur Ehrenfelder Gruppe. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
Günther Schwarz wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Günther Schwarz gehörte als 16-jähriger Jugendlicher zum Umfeld der Edelweißpiraten und zur Ehrenfelder Gruppe. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
Gustav Bermel wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Gustav Bermel gehörte als 17-jähriger Jugendlicher zum Umfeld der Edelweißpiraten und zur Ehrenfelder Gruppe. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
Hans Steinbrück wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Hans Steinbrück war eine zentrale Person der Gruppe und organisierte Verstecke, Lebensmittel und Waffen für Verfolgte, Geflohene und Widerständige. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
Heinrich Kratina wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Heinrich Kratina gehörte zur Ehrenfelder Gruppe, die Verfolgte versteckte und sich auf bewaffneten Widerstand vorbereitete. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
Johann Krausen wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Johann Krausen gehörte zur Ehrenfelder Gruppe, in der Menschen verschiedener Herkunft gemeinsam gegen das NS-Regime handelten. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
Johann Müller wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Johann Müller gehörte als 16-jähriger Jugendlicher zum Umfeld der Edelweißpiraten und zur Ehrenfelder Gruppe. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
Josef Moll wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Josef Moll gehörte zur Ehrenfelder Gruppe, die Verfolgte versteckte und sich auf bewaffneten Widerstand vorbereitete. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
Peter Hüppeler wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Peter Hüppeler war kommunistischer Widerstandskämpfer und gehörte zur Ehrenfelder Gruppe. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
Roland Lorent wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Roland Lorent gehörte zur Ehrenfelder Gruppe, in der Verfolgte, Deserteure und Gegner des NS-Regimes zusammenarbeiteten. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
Wilhelm Kratz wird ohne Gerichtsurteil öffentlich gehängt
Wilhelm Kratz gehörte zur Ehrenfelder Gruppe, die Verfolgte versteckte und sich auf bewaffneten Widerstand vorbereitete. Die Gestapo ließ ihn am 10. November 1944 gemeinsam mit zwölf weiteren Angehörigen der Gruppe ohne Gerichtsurteil öffentlich in der Kölner Hüttenstraße hängen.
14. November
Walter Cramer wird hingerichtet
Cramer war für eine politische Funktion nach dem Umsturz vorgesehen. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn zum Tode; am 14. November 1944 wurde er in Plötzensee hingerichtet.
30. November
Jens Jessen wird hingerichtet
Jessen wurde nach dem 20. Juli verhaftet und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Am 30. November 1944 wurde er in Plötzensee hingerichtet.

