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Wochenrückblick

Was war das für eine Woche!

Unser Bundeskanzler der Herzen, Friedrich Merz, kündigt an: Deutschland soll KI-Nation 2030 werden. Klar. Warum sollte das auch nicht klappen. Wobei, es klingt ja durchaus vernünftig, die Abhängigkeit in Sachen Technologie von den Tech-Riesen in den USA und China zu reduzieren. Eine Kooperation mit Frankreich und Kanada wäre wünschenswert. Da stimme ich ihm durchaus zu.

Dass sich der Bundeskanzler für eine Bundespräsidentin ausspricht, mag Kalkül sein. Wir wissen ja alle, welches Frauenbild der Fritze hat. Vielleicht will er sich modern geben, er hat zwar keinen Namen genannt, aber der Name Ilse Aigner klingt immer wieder durch, sie wird von Markus Söder vorgeschlagen. Klingt erst einmal großherzig, es wird allerdings gemunkelt, dass Frau Aigner der Söder*in bei der nächsten Bayernwahl gefährlich werden könnte. Da kann man sie schon mal mit gutem Gewissen wegloben.

Stefanie Hubig, Justizministerin, legt einen Gesetzesentwurf zur Verschärfung des Sexualstrafrechts vor. Unter anderem können jetzt auch verbale und nonverbale sexuelle Belästigung bestraft werden. Interessant, dass beim Thema K.O.-Tropfen die AfD als einzige Fraktion dagegen stimmt. Hat man etwa Angst, dass sich keine Frau mehr auf die ach so männlichen Herren einlässt?

Nachrichten über Nadeln und Nägel in Halloween-Süßigkeiten machen die Runde. Es heißt mittlerweile, dass viele Kinder die Süßigkeiten wohl selbst manipuliert haben, einige der Fälle sind jedoch noch ungeklärt. Sollte es wirklich Erwachsene geben, die so etwas Abartiges tun, hoffe ich auf harte Bestrafung. Es geht um Kinder, ihr Arschlöcher!

Ebenso besorgniserregend sind die Cyberangriffe auf Kühlsysteme in Supermärkten in mehreren Ländern, auch in Deutschland. Auch ein Blutspendedienst in Frankreich ist betroffen. Wir sind durch die Digitalisierung verdammt verletzlich. Darüber sollten wir uns im Klaren sein und die Sicherheit ernster nehmen. Nicht erfolgte Updates oder leicht zu knackende Passwörter können uns hart auf die Füße fallen.

Nicht nur die AfD hatte Ärger mit ihren E-Mails – auch die Linken im Bundestag. Durch sogenanntes Spam-Bombing, also Tausende an Spam-Emails, wurden die E-Mail-Postfächer komplett lahmgelegt. Andere Fraktionen waren nicht betroffen. Das waren bestimmt die Linken! Oh… wait…

Noch einmal Merz. Sorry, aber der Mann ist nun mal Bundeskanzler, ob wir es wollen oder nicht. Er hat sich tatsächlich zu den Demonstrationen der GenZ geäußert und ließ uns wissen, dass er erstens die Ausschreitungen verurteilt, zweitens die GenZ versteht und drittens sich hinter die Aussage von Dobrindt stellt. Wir erinnern uns: Die Randalierer nach den Demonstrationen waren laut Innenminister Linksradikale und Migrantenhorden. Ah ja. Übrigens: Dobrindt bekam viel Kritik, vor allem von Boris Pistorius, die Mehrheit der Deutschen steht hinter der GenZ und deren Forderungen.

Die Junge Union wirbt bei ihrem „Deutschlandtag“ mit dem Slogan „Nie wieder ist jetzt“. Sie meint damit allerdings nicht den Rechtsruck in der Gesellschaft – oh nein. Es geht um Elif Eralp, es heißt, die bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus siegreiche Linke sei extremistisch und antisemitisch und somit zu vergleichen mit Nationalsozialismus. Hätten wir also wieder etwas gelernt. Als nächstes erzählen sie uns sicherlich auch, dass Hitler ein Linker war. Kann ja nur so sein.

Koalitionsgespräche zwischen Rot-Grün-Rot in Berlin. Die Bundes-SPD zickt herum und verlangt von der Berliner SPD, keine Koalition einzugehen. Der ehemalige ARD-Sportmoderator Waldemar Hartmann äußert sich offen rassistisch und wird hart kritisiert.

Die Midterms in den USA präsentieren sich als Riesen-Schlappe für die Republikaner. Sogar Texas geht an die Demokraten. Der großartigste Präsident aller Zeiten ist natürlich der Meinung, es liegt daran, dass er selbst nicht auf den Wahlzetteln gestanden habe. Dann wäre es ein Erdrutschsieg für die Republikaner geworden. Ja, is klar, Donnie-Boy. Und jetzt geh wieder Golf spielen.

Verdächtige Stille übrigens aus den Reihen der AfD.

Es wird eine Wohngeldreform geben. Etwa ein Drittel der jetzigen Empfänger wird damit die Ansprüche verlieren. Sollen sie doch in Villen wohnen, stimmts, Fritze? Das wolltest du doch sicher vorschlagen.

Janosch ist mit 95 gestorben, er hinterlässt uns die Tigerente und Unmengen an Büchern mit generationsübergreifenden Geschichten.

Nur einen Tag später wird Hubert Aiwanger in einem Berliner Hotel tot aufgefunden. Laut Ermittlern gibt es keinen Hinweis auf Fremdverschulden. Das Internet weiß es natürlich besser. Er sei eindeutig beseitigt worden, auch ist von einer Zwangsimpfung die Rede. Und es tobt ein weiterer Krieg – zwischen denen, die der Meinung sind, über Tote dürfe man nicht schlecht reden – und denen, die sagen, man könne durchaus kritisieren, auch der Tod macht ein Arschloch nicht zum Heiligen.

Selbstverständlich gehört meine Anteilnahme den Angehörigen Aiwangers, der mit 55 Jahren noch recht jung war – ich muss gestehen, ich hätte ihn zehn Jahre älter geschätzt. Aber die Lobhudelei, die ich lesen musste, ist fast noch peinlicher als so manche Aussage des Verblichenen.

Wie auch immer. Ich wünsche euch einen schönen Sonntag.