Zitat von Tim Falkenrot am 29. August 2026, 11:10 UhrDAS RECHTSEXTREME VORFELD IST KEIN ZUFALL
Die letzten Auftritte von „Aktivist Mann“ Matthäus Westphal zeigen etwas, das sich seit Jahren entwickelt. Eine Szene aus selbsternannten Aktivisten, Influencern und Möchtegern-Journalisten macht auf Deutschlands Straßen und in den sozialen Medien Stimmung für die AfD.
Das Problem ist dabei nicht, dass ein einzelner Typ laut pöbelt. Es ist das Netzwerk dahinter.
Westphal ist nur einer von vielen Akteuren einer Szene, die sich seit den Corona-Protesten immer weiter "professionalisiert" und vernetzt hat. Damals standen Leute wie Xavier Naidoo und Attila Hildmann auf den Bühnen und Demonstrationen. Heute sind daraus ganze Medienökosysteme entstanden.
„Aktivist Mann“, „Weichreite TV“, „Utopia TV“ und andere produzieren ihre eigene Realität. Sie greifen Journalisten an, verbreiten Verschwörungserzählungen, inszenieren sich als Widerstand gegen das „System“ und liefern ihrem Publikum genau das, was es hören will.
Und irgendwann taucht Martin Sellner auf.
Dann stehen plötzlich Akteure aus der Identitären Bewegung, AfD-Politiker und sogenannte alternative Medienleute im selben politischen Umfeld.
Das ist keine zufällige Ansammlung von Spinnern. Das ist ein rechtsextremes Vorfeld. Deshalb ist der aktuelle Fall in Sachsen-Anhalt so interessant.
CORRECTIV berichtet, dass AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund „Aktivist Mann“ kurz vor dessen Angriff auf Spiegel-Reporter noch für seine Arbeit gelobt hatte. Gleichzeitig begleiten Aktivisten der Identitären Bewegung Siegmunds Wahlkampf mit Kameras. AfD-Funktionäre suchen weiterhin die Nähe zu Martin Sellner.
Offiziell steht die Identitäre Bewegung zwar auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD. Praktisch sieht die Sache offenbar etwas elastischer aus.
Auch AfD-Vize Thomas Tillschneider liefert dafür ein bemerkenswertes Beispiel. Er distanziert sich von einer möglichen Abschiebung eingebürgerter Deutscher, erklärt aber gleichzeitig „das er mit Sellner keine Probleme habe“ und bezeichnet ihn als politischen Intellektuellen. Genau darin liegt das Prinzip.
Solange das rechtsextreme Vorfeld Reichweite produziert, Gegner provoziert, Medien angreift und politische Grenzen verschiebt, ist es nützlich. Wenn es allerdings zu offen nach Neonazismus aussieht, wird plötzlich die Distanzierung ausgepackt.
Die dahinterstehenden Ideen werden nicht grundsätzlich abgelehnt. Die öffentliche Verpackung stimmt nicht mehr.
Man könnte es auch einfacher sagen: „Macht ruhig weiter. Aber wenn es für uns zu offensichtlich wird, dass ihr aus der gleichen politischen Ecke kommt, stellen wir uns kurz daneben und behaupten, wir hätten damit nichts zu tun.“
Das eigentlich Gefährliche ist deshalb nicht der einzelne pöbelnde Aktivist sondern die Verbindung. Partei, Influencer, Aktivist, Identitäre Verschwörungsideologe, Rechtsextremer Netzwerker. Jeder spielt seine Rolle.
Der eine liefert die politischen Botschaften. Der nächste produziert die Videos. Der nächste sorgt für die Provokation. Der nächste verschiebt die Grenze des Sagbaren.
Und irgendwann erscheint das alles plötzlich als ganz normale politische Debatte.
Genau so funktioniert politische Radikalisierung im digitalen Zeitalter. Durch tausende kleine Grenzverschiebungen, das nicht nur ein einziger großer Schritt nach rechts ist.
Wer heute noch glaubt, „Aktivist Mann“ und ähnliche Figuren seien einfach nur ein paar durchgedrehte Einzelpersonen, hat das eigentliche Problem noch nicht verstanden.
Sie sind nicht das ganze Netzwerk. Aber sie sind dessen sichtbare Speerspitze.
DAS RECHTSEXTREME VORFELD IST KEIN ZUFALL
Die letzten Auftritte von „Aktivist Mann“ Matthäus Westphal zeigen etwas, das sich seit Jahren entwickelt. Eine Szene aus selbsternannten Aktivisten, Influencern und Möchtegern-Journalisten macht auf Deutschlands Straßen und in den sozialen Medien Stimmung für die AfD.
Das Problem ist dabei nicht, dass ein einzelner Typ laut pöbelt. Es ist das Netzwerk dahinter.
Westphal ist nur einer von vielen Akteuren einer Szene, die sich seit den Corona-Protesten immer weiter "professionalisiert" und vernetzt hat. Damals standen Leute wie Xavier Naidoo und Attila Hildmann auf den Bühnen und Demonstrationen. Heute sind daraus ganze Medienökosysteme entstanden.
„Aktivist Mann“, „Weichreite TV“, „Utopia TV“ und andere produzieren ihre eigene Realität. Sie greifen Journalisten an, verbreiten Verschwörungserzählungen, inszenieren sich als Widerstand gegen das „System“ und liefern ihrem Publikum genau das, was es hören will.
Und irgendwann taucht Martin Sellner auf.
Dann stehen plötzlich Akteure aus der Identitären Bewegung, AfD-Politiker und sogenannte alternative Medienleute im selben politischen Umfeld.
Das ist keine zufällige Ansammlung von Spinnern. Das ist ein rechtsextremes Vorfeld. Deshalb ist der aktuelle Fall in Sachsen-Anhalt so interessant.
CORRECTIV berichtet, dass AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund „Aktivist Mann“ kurz vor dessen Angriff auf Spiegel-Reporter noch für seine Arbeit gelobt hatte. Gleichzeitig begleiten Aktivisten der Identitären Bewegung Siegmunds Wahlkampf mit Kameras. AfD-Funktionäre suchen weiterhin die Nähe zu Martin Sellner.
Offiziell steht die Identitäre Bewegung zwar auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD. Praktisch sieht die Sache offenbar etwas elastischer aus.
Auch AfD-Vize Thomas Tillschneider liefert dafür ein bemerkenswertes Beispiel. Er distanziert sich von einer möglichen Abschiebung eingebürgerter Deutscher, erklärt aber gleichzeitig „das er mit Sellner keine Probleme habe“ und bezeichnet ihn als politischen Intellektuellen. Genau darin liegt das Prinzip.
Solange das rechtsextreme Vorfeld Reichweite produziert, Gegner provoziert, Medien angreift und politische Grenzen verschiebt, ist es nützlich. Wenn es allerdings zu offen nach Neonazismus aussieht, wird plötzlich die Distanzierung ausgepackt.
Die dahinterstehenden Ideen werden nicht grundsätzlich abgelehnt. Die öffentliche Verpackung stimmt nicht mehr.
Man könnte es auch einfacher sagen: „Macht ruhig weiter. Aber wenn es für uns zu offensichtlich wird, dass ihr aus der gleichen politischen Ecke kommt, stellen wir uns kurz daneben und behaupten, wir hätten damit nichts zu tun.“
Das eigentlich Gefährliche ist deshalb nicht der einzelne pöbelnde Aktivist sondern die Verbindung. Partei, Influencer, Aktivist, Identitäre Verschwörungsideologe, Rechtsextremer Netzwerker. Jeder spielt seine Rolle.
Der eine liefert die politischen Botschaften. Der nächste produziert die Videos. Der nächste sorgt für die Provokation. Der nächste verschiebt die Grenze des Sagbaren.
Und irgendwann erscheint das alles plötzlich als ganz normale politische Debatte.
Genau so funktioniert politische Radikalisierung im digitalen Zeitalter. Durch tausende kleine Grenzverschiebungen, das nicht nur ein einziger großer Schritt nach rechts ist.
Wer heute noch glaubt, „Aktivist Mann“ und ähnliche Figuren seien einfach nur ein paar durchgedrehte Einzelpersonen, hat das eigentliche Problem noch nicht verstanden.
Sie sind nicht das ganze Netzwerk. Aber sie sind dessen sichtbare Speerspitze.
