
Am 09. Juli wird das antragslose Kindergeld beschlossen, nur die AfD scheint den Antrag zum Antrag nicht gelesen zu haben.
Die bisherige Praxis ist, das nach einer Geburt, eines Kindes, die Eltern einen schriftlichen Antrag auf Kindergeld stellen müssen. Dieser schriftliche Antrag soll nun entfallen, stattdessen melden die Standesämter die Geburt eines Kindes der Kindergeldstelle, und, sofern das Konto eines Elternteils bereits beim Finanzamt oder einer anderen Stelle hinterlegt ist, wird das Geld auf das bekannte Konto gezahlt. Ändert sich das Konto oder der Bezugsberechtigte, kann es bequem, mit ein paar Klicks, geändert werden.
Voraussetzung, für den Bezug, ist, dass das Kind in Deutschland geboren wurde, in Deutschland lebt und mindestens ein Elternteil berufstätig ist. Diese Voraussetzungen sind vorübergehend, denn den Steuerbehörden sind ansonsten die Steuer-ID und die Kontoverbindung nicht bekannt und müssen erst nachgemeldet werden.
Eltern von Kindern, die in Deutschland arbeiten, der Aufenthalt der Kinder aber nicht in Deutschland liegt, müssen auch weiterhin einen schriftlichen Antrag stellen.
So weit, so gut, denn es ist ein Schritt zum digitalen Staat.
In der Bundestagsdebatte zeigt die AfD, dass sie die Antragsbedingungen kaum oder gar nicht kennt, spricht über Migranten, die unberechtigt Kindergeld beziehen würden und das ja noch schlimmer werden würde, wenn keine Anträge schriftlich gestellt werden müssen. Gerade aber Menschen ohne Deutsche Staatsangehörigkeit müssen auch weiter schriftlich ihre Anträge stellen und die Existenz der Kinder nachweisen.
Während es der Bundesregierung darum geht, das Leben von Müttern und Vätern, gerade in den ersten Monaten der Geburt ihres Kindes, zu erleichtern, nutzt auch hier die AfD die Möglichkeit, gegen Migranten zu hetzen und damit auch das antragslose Kindergeld abzulehnen.
Wenn man sich die Reden der AfD anhört, bekommt man keinesfalls den Eindruck, dass es ihr um die Bürger geht, denn sie finden, immer wieder die Möglichkeiten, sich gegen die Interessen der Bürger zu stellen, in dem sie sich gegen Migranten stellen.
Jeder Migrant, der in Deutschland arbeitet, Steuern und sonstige Abgaben zahlt, hat das Anrecht auf Kindergeld, auch wenn die Kinder nicht in Deutschland leben. Gegen die Steuereinnahmen hat die AfD nichts, aber sehr wohl etwas gegen die Rechte, die sich daraus ergeben und lieber schadet die AfD jeden Deutschen Bürger, als einem Migranten auch nur einen Cent zu gönnen oder Rechte zuzugestehen.
Quelle:
Deutscher Bundestag, Drucksache 21/5874
Deutscher Bundestag, Sitzung vom 09.07.2026

