„Trump wohnt mietfrei in deinem Kopf.“
Ach so. Und wenn ich über einen Hausbrand rede, wohnt die Feuerwehr dann auch mietfrei in meinem Kopf?
Nur weil ich am liebsten nichts davon wissen würde, heißt das nicht, dass ich es ignoriere. Klar wäre das Leben als ahnungsloser Ignorant manchmal entspannter. Aber Realität verschwindet nicht, nur weil man den Kopf tief genug in den Sand steckt.
Und nein – Trump wohnt nicht mietfrei in meinem Kopf. Ich kann nur nicht ignorieren, dass da jemand vor den Augen der ganzen Welt versucht, die demokratischen Spielregeln der militärisch und wirtschaftlich mächtigsten Nation der Welt zu seinen Gunsten umzubauen.
Wie ich darauf komme? Nehmen wir nur mal drei Beispiele:
1. Briefwahl abschaffen
Seit Jahren erzählt Trump, Briefwahl sei angeblich ein Paradies für Wahlbetrug. Belastbare Belege für massenhaften Betrug? Fehlanzeige.
Zufällig nutzen aber überdurchschnittlich viele Demokrat*innen die Briefwahl. Nu gugge ma… da fragt man sich schon, ob das Problem wirklich die Briefwahl ist – oder eher, wer sie nutzt.
2. Ausweispflicht im Wahllokal
Jetzt kommt meistens sofort einer um die Ecke mit:
„Aber bei uns muss man sich doch auch ausweisen!“Joa. Weil unser Wahlsystem komplett anders funktioniert.
In Deutschland bekommst du dein Wahlrecht automatisch mit der Staatsangehörigkeit und dem entsprechenden Alter. Deshalb weist du dich erst im Wahllokal aus.
In den USA musst du dich dagegen schon vorher registrieren und dabei deine Identität nachweisen. Dazu kommt: Einen verpflichtenden Personalausweis wie bei uns gibt es dort gar nicht. Viele nutzen ihren Führerschein als Ausweisdokument, andere besitzen keinen oder haben Schwierigkeiten, die geforderten Dokumente zu bekommen.
Zusätzliche Ausweispflichten treffen deshalb nachweislich häufiger Menschen mit geringem Einkommen, ältere Menschen und Minderheiten. Was hier wie eine Kleinigkeit aussieht, kann dort ganz real Menschen vom Wählen abhalten.
3. Bundesbehörden und ICE als „Wahlabsicherung“
Trump behauptet seit Jahren, Millionen Nicht-Staatsbürger*innen würden wählen – obwohl es dafür keine belastbaren Belege gibt. Gleichzeitig wollte er Wahlen stärker unter Bundeskontrolle stellen und schloss den Einsatz von Bundesbehörden zur Absicherung nicht grundsätzlich aus. Enge Verbündete wie Steve Bannon gingen sogar noch weiter und forderten öffentlich, ICE solle Wahllokale „umstellen“.
Auch wenn das später offiziell zurückgewiesen wurde, zeigt schon diese Debatte die Richtung: Wer eine Einwanderungsbehörde mit Wahlen verknüpft, schafft kein Vertrauen. Er schafft Einschüchterung.
Demokratie lebt davon, dass Menschen ohne Angst wählen gehen. Nicht davon, dass sie sich vorher überlegen müssen, ob der Gang zum Wahllokal Ärger bedeutet.
Das alles sind keine Fantasien und auch kein „Trump wohnt mietfrei“. Das sind öffentliche Aussagen, Forderungen und politische Vorhaben.
Darüber zu reden ist keine Besessenheit. Es heißt einfach, aufmerksam zu sein.
Demokratien sterben nämlich selten mit einem großen Knall. Sie sterben Stein für Stein. Mit jedem „Ach, wird schon nicht so schlimm.“ Mit jedem „Jetzt übertreib mal nicht.“ Und mit jedem Menschen, der lieber Floskeln postet, als sich mit Argumenten auseinanderzusetzen.
Wer erst merkt, dass die Hütte brennt, wenn schon das Dach eingestürzt ist, hat den Rauch vorher entweder nicht gesehen – oder nicht sehen wollen.
Und genau das, liebe Leute, ist Mumpitz.
.. ✊🐻🪓🔥
#AfDVerbotJetzt


