Ich will unsere Wörter zurück!
Unsere Begriffe, unsere Farben, unsere Symbole, unseren demokratischen Atem. Wir haben verhindert, dass die neue AfD-Jugend ihren Namen überall breitmacht. Gut so. Aber das reicht nicht. Wir holen uns den Rest zurück, Stück für Stück. Diese rechtsextreme Krankheit, die sich durch Deutschland, Europa und die Welt frisst, verdreht jede Tatsache. Sie klaut politische Sprache. Sie etikettiert demokratische Bewegungen als Extremisten. Sie macht neutrale Journalistinnen und Journalisten zu Staatsfeinden. Sie inszeniert sich als „Patrioten“, während sie Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt verachtet. Und die Brut wächst weiter. In Kommentarspalten, in Konzernen, in diesen toxischen Online-Communities voller geistloser Brandbeschleuniger. Ja, ich weiß, ich schreibe schon wieder so einen Text. Ich rege mich schon wieder auf. Das kennen die meisten längst von mir. Aber was bleibt mir anderes übrig, wenn ich eine NSDAP 2.0 mit historischen Umfragewerten sehe? Wenn ein Friedrich Merz Fettnäpfchen im Ausverkauf shopped wie andere Sonderangebotsware? Wenn eine Welt auf uns zurast, die uns Grenzen zeigen wird, von denen wir bisher nicht einmal zu träumen wagten?
Weißt du was? Nein! Nicht mit uns! Ich hole mir alles zurück, was ihr missbraucht habt.
- PATRIOTISMUS
Patriotismus. Ein Wort, das Rechte seit Jahren besetzen wie eine Festung, obwohl es ihnen nicht gehört. Sie haben ihn verkleidet mit Pathos, Überheblichkeit und Ausgrenzung.
Aber echter Patriotismus ist kein Uniformprojekt. Er ist kein Chor der Abschottung!
Patriotismus bedeutet, dieses Land weiterzuentwickeln und nicht zurückzudrehen.
Er bedeutet, Menschen zu schützen, nicht zu sortieren.
Fehler der Vergangenheit zu kennen, nicht sie zu verklären.
Und er bedeutet, ALLEN Menschen hier Würde zu verschaffen, statt einen ethnischen Fantasie-Staat zu errichten.
Patriotismus ist kein rechter Kampfbegriff.
Patriotismus ist ein demokratischer Auftrag!
Aus einem Land ein Zuhause zu machen, in dem jede und jeder leben kann, ohne Angst, ohne Hass, ohne Ausschluss.
Wenn das kein Patriotismus ist, was dann?
Darauf wäre ich stolz!
- FREIHEIT
Freiheit ist eines der am stärksten entkernten Wörter unserer Zeit.
Rechts hat es umgebaut zu einem Egoismus-Mantra.
„Ich zuerst, ohne Verantwortung, ohne Konsequenzen.“
Doch das ist keine Freiheit.
Das ist nur bequeme Rücksichtslosigkeit in patriotischer Verpackung.
Freiheit heißt nicht, sich über Wissenschaft zu stellen, andere zu gefährden oder Minderheiten anzugreifen, weil man sich selbst für „normal“ erklärt.
Echte Freiheit entsteht erst dort, wo Menschen sicher sind.
Wo Rechte für ALLE gelten.
Wo niemand Angst haben muss, wen er liebt, wie er lebt, wen er schützt oder wofür er einsteht.
Freiheit ist kein Schild für Egoismus.
Es ist ein Versprechen der Demokratie, dass wir einander ermöglichen, ohne Furcht zu leben.
Diese Freiheit gehört uns!
Und wir holen sie zurück!
- HEIMAT – Rückholung eines Wortes, das Rechte vergiftet haben
Rechte haben „Heimat“ zu einem ethnischen Türsteher gemacht.
Zu einem Ort, an dem angeblich nur diejenigen dazugehören, die in ihre Fantasie von Reinheit passen.
Ein Wort, das Wärme beschreiben sollte, wurde von ihnen in einen Zaun verwandelt.
Aber Heimat war nie Blut, Abstammung oder exklusiver Besitzanspruch.
Heimat ist Beziehung, Verantwortung, der Ort, an dem Menschen füreinander einstehen – nicht gegeneinander.
Heimat entsteht überall dort, wo Menschen sich sicher fühlen dürfen.
Wo Solidarität nicht verhandelt wird und wo du bleiben darfst, ohne dich entschuldigen zu müssen, dass du existierst.
Wenn Heimat zu etwas wird, das andere ausschließt, dann ist es keine Heimat mehr.
Dann ist es nur noch Ideologie im Trachtenkostüm.
Wir holen uns das Wort zurück.
Für alle, die hier leben und hier Schutz suchen.
Für alle, die glauben, dass ein Land mehr sein kann als Herkunft und Hautfarbe.
Heimat gehört nicht den Rechten!
Heimat gehört den Menschen!
- ANTIFA – Rückholung eines bewusst verleumdeten Begriffs
„Antifa“ ist kein Schimpfwort. Es ist auch keine Organisation, keine Partei und kein Geheimbund.
Antifa ist eine Haltung! Und sie ist älter als ihre Gegner.
Antifa heißt nichts anderes als Antifaschismus.
Und Antifaschismus ist kein Extremismus, sondern demokratische Selbstverteidigung.
Wer „Antifa“ diffamiert, versucht nicht Ordnung zu schaffen, er versucht Geschichte umzuschreiben.
Denn ohne Antifaschismus gäbe es dieses Land in seiner heutigen Form nicht.
Kein Grundgesetz. Keine Menschenwürde. Keine Lehre aus dem Zivilisationsbruch.
Rechte haben aus „Antifa“ ein Feindbild gemacht, weil sie wissen, Antifaschismus entzieht ihnen jede moralische Tarnung. Er benennt klar, was sie sind und was sie nicht sein dürfen.
Antifa bedeutet, nie wieder Gleichgültigkeit zu sein, nie wieder Wegsehen zu wollen, nie wieder falsche Neutralität gegenüber Menschenfeinden!
Antifa heißt nicht Gewalt, sondern Haltung und eine Verantwortung, aus der Geschichte gelernt zu haben.
Wer Antifa angreift, greift nicht „Linke“ an.
Er greift den antifaschistischen Grundkonsens einer Demokratie an.
Und genau deshalb holen wir uns diesen Begriff zurück.
Nicht laut, nicht hysterisch, sondern klar, historisch fundiert und kompromisslos.
Antifa gehört nicht den Rechten als Schreckgespenst.
Antifa gehört uns allen! Denn wir müssen immer lauter rufen: Nie wieder ist jetzt!
- Meinungsfreiheit-Rückholung eines absichtlich missverstandenen Rechts
Meinungsfreiheit ist eines der wichtigsten Grundrechte einer Demokratie.
Und genau deshalb wird es von rechts so gezielt missbraucht.
Denn Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass jede Behauptung wahr ist.
Sie bedeutet nicht, dass Widerspruch verboten ist.
Und sie bedeutet ganz sicher nicht, dass Kritik an menschenfeindlichen Aussagen Zensur wäre.
Rechte haben Meinungsfreiheit umgedeutet zu
„Ich darf alles sagen und niemand darf mir widersprechen.“
Doch das ist keine Freiheit.
Das ist der Wunsch nach Deutungshoheit ohne Verantwortung.
Meinungsfreiheit schützt vor dem Staat.
Nicht vor Konsequenzen, Kritik oder gesellschaftlichem Widerspruch.
Kritik ist kein Angriff auf die Freiheit, es ist ihr Kern.
Wo Kritik delegitimiert wird, stirbt Debatte.
Dort beginnt Autoritarismus.
Wer „Cancel Culture“ schreit, meint oft nur, dass seine Meinung nicht mehr unwidersprochen bleibt, alte Privilegien bröckeln und Hass nicht mehr als „Mut zur Wahrheit“ durchgeht.
Meinungsfreiheit heißt, du darfst sprechen und andere dürfen antworten. Laut, klar und entschieden.
Alles andere ist keine Freiheit.
Es ist Einschüchterung im Freiheitskostüm.
Wir holen uns diesen Begriff zurück!
Als demokratisches Recht und nicht als Schutzschild für Hetze!
- WOKE
Rückholung eines bewusst verzerrten Begriffs
„Woke“ war einmal ein positives Wort.
Es bedeutete, aufmerksam sein, wachsam sein, hinschauen.
Vor allem dort, wo Ungerechtigkeit zur Gewohnheit geworden ist.
Rechte haben daraus ein Kampfwort gemacht.
Ein Spottbegriff.
Ein Etikett für alles, was ihnen nicht passt: Gleichberechtigung, Vielfalt, Empathie, Kritik an Macht.
Heute wird „woke“ benutzt, um Menschen lächerlich zu machen, die Diskriminierung benennen, Machtstrukturen hinterfragen und nicht bereit sind, Ungleichheit als Normalität zu akzeptieren.
Aber „woke“ heißt nicht überempfindlich.
Es heißt nicht moralisch überlegen.
Und es heißt ganz sicher nicht demokratiefeindlich!
„Woke“ heißt nicht wegsehen, wenn Menschen ausgeschlossen werden, nicht schweigen, wenn Sprache verletzt, nicht mitmachen, wenn Ausgrenzung normalisiert wird.
Wer „woke“ zum Feindbild erklärt, verteidigt keine Freiheit, er verteidigt Bequemlichkeit und den Wunsch, nicht gestört zu werden, wenn Ungerechtigkeit passiert.
Eine Demokratie braucht keine Gleichgültigkeit!
Sie braucht Menschen, die wach sind!
Wenn Wachsein „woke“ ist, dann ist das kein Vorwurf.
Dann ist es eine Haltung.
Und genau deshalb holen wir uns dieses Wort zurück!
- VOLK
Rückholung eines demokratischen Begriffs aus völkischer Verzerrung
„Volk“ ist eines der am schwersten belasteten Wörter der deutschen Geschichte.
Und genau deshalb greifen Rechte so gezielt danach.
Sie haben aus „Volk“ einen Ausschlussbegriff gemacht.
Einen Marker für Herkunft, Blut, Abstammung.
Etwas, das trennt statt verbindet.
Aber in einer Demokratie ist „Volk“ keine biologische Kategorie. Es ist eine politische. Das Volk ist nicht „wir gegen die anderen“. Das Volk ist die Gesamtheit der Menschen, die hier leben, die Teil dieser Gesellschaft sind,
die Rechte haben und Verantwortung tragen.
Das Grundgesetz spricht vom Volk, nicht im Sinne von Herkunft, sondern im Sinne von Souveränität:
Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.
Wer „Volk“ ethnisiert, entzieht Menschen ihre Zugehörigkeit und greift damit den Kern der Demokratie an. Rechte benutzen den Begriff, um zu sortieren:
wer dazugehört – und wer nicht.
Doch genau dieses Denken hat in der Geschichte zu Entrechtung, Verfolgung und Mord geführt.
Wir holen das Wort zurück!
Als demokratischen, offenen Begriff. Als Versprechen, nicht als Drohung. Volk heißt nicht Abstammung, sondern Beteiligung und Zusammenleben.
Und niemand hat das Recht, anderen dieses Wort zu nehmen!
- GENDER – Rückholung eines bewusst verdrehten Begriffs
„Gender“ ist kein Feindbild.
Es ist auch keine Ideologie, kein Zwang und kein Angriff auf irgendwen.
„Gender“ beschreibt etwas ganz Banales und etwas sehr Reales, dass gesellschaftliche Rollenbilder nicht naturgegeben sind.
Rechte haben aus „Gender“ ein Schreckgespenst gemacht.
Ein Wort, das angeblich Kinder gefährdet, Familien zerstört und die Gesellschaft „umerzieht“.
Nichts davon hält einer sachlichen Betrachtung stand.
Gender bedeutet nicht, dass Biologie geleugnet wird.
Gender bedeutet, dass Menschen nicht auf Rollen reduziert werden, die ihnen historisch, kulturell oder religiös aufgezwungen wurden.
Es geht um Gleichberechtigung, Sichtbarkeit, Freiheit, ohne Sanktionen so zu leben, wie man ist.
Wer „Gender“ bekämpft, verteidigt keine Tradition.
Er verteidigt Machtverhältnisse und die Angst, Privilegien zu verlieren, die nie gerecht waren.
Gender fragt:
Warum dürfen manche mehr und andere weniger?
Warum gilt Vielfalt als Bedrohung, aber Ungleichheit als normal?
Eine demokratische Gesellschaft hält diese Fragen aus.
Sie braucht sie sogar. „Gender“ ist kein Angriff auf Menschen. Es ist ein Werkzeug, um Ungerechtigkeit sichtbar zu machen.
Und genau deshalb holen wir uns diesen Begriff zurück!
Sachlich, klar und unmissverständlich.
Gender ist ein wissenschaftliches Konzept und in einer aufgeklärten Gesellschaft sollten überprüfbare Erkenntnisse immer über gefühlten Wahrheiten stehen.

