Zitat von Admina R am 23. Oktober 2026, 20:01 Uhr
Es ist das Jahr 2075 und die Welt, wie sie 2026 war, existiert nicht mehr.
7.00 Uhr. Sanft werde ich von der Stimme meines Roboters geweckt. Ich habe mich für ein weiblich aussehendes Modell entschieden. Die Roboter sehen inzwischen fast menschlich aus und da war mir ein weibliches Modell, das durch meine Wohnung läuft, lieber.
Ich habe den Roboter "Elli" genannt und Elli zählt mir nun die wichtigsten Termine, Erledigungen und vor allem das Wetter, auf.
Das Wetter ist inzwischen auf der ganzen Welt etwas, worüber man ständig informiert sein sollte. Wir haben erst Anfang März und bereits am frühen Morgen über 25 Grad. Elli erzählt, dass die Temperaturen heute wieder auf über 50 Grad steigen sollen.
Der Klimawandel und damit die hohen Temperaturen – bereits seit den 1970er Jahren wusste man darum, dass sich das Weltklima verändert, aber niemand hatte es wahrhaben wollen. Ab den 2020er Jahren ging es dann immer schneller. Die Jahreszeiten verschmolzen immer mehr ineinander, bis nur noch der Sommer blieb. Nachts war es kühl, manchmal so kühl, wie im Winter, aber tagsüber stiegen die Temperaturen meist über 50 Grad. Nur selten regnete es in unseren Breitengraden, aber wenn der Regen kommt, stehen die Häuser meterhoch unter Wasser.
Ich hatte mal in einem Atlas gesehen, wo die Nord- und Ostseeküste früher lag, nur, da lag sie schon lange nicht mehr. Der Meeresspiegel war gestiegen, und ganze Städte und Inseln sind verschwunden. Auf der ganzen Welt sieht es so aus, und die Welt ist viel kleiner geworden. In manchen Gegenden der Welt ist es so heiß, dass dort niemand mehr leben kann, andere Gegenden sind überspült. Viele der Berge, im Süden, sind nur noch Schutthalden. Das ewige Eis ist, mit den steigenden Temperaturen, verschwunden und selbst die höchsten Berge fielen einfach in sich zusammen und begruben ganze Dörfer unter sich.
Seit einiger Zeit plant die Regierung, Wohnanlagen unter dem Meer zu errichten. Jeder weiß jetzt schon, dass sich diese Wohnungen dann nur Reiche leisten können. Reichtum bedeutet nicht mehr Geld, sondern Wissen. Wissenschaftler sind nun die Reichen, die Privilegien erhalten, weil man sich von ihnen erhofft, die Welt wieder verändern und damit zu einem erträglichen Lebensraum, zu machen.
Auch unterirdisch sollen Wohnungen entstehen und die sollen dann bezahlbar sein, was immer das auch bedeuten mag. Zu viele Menschen haben alles verloren. Jobs, außerhalb der künstlichen Intelligenz, der Landwirtschaft und der Wasserversorgung, gibt es kaum noch. Die Trinkwasserversorgung war schon im 20. Jahrhundert ein Problem. Chemikalien und Arzneimittelrückstände ließen sich kaum und nur mit großem Aufwand, aus dem Trinkwasser filtern. Nun war das Salzwasser der Meere in das Grundwasser eingedrungen und die Entsalzung war nicht einfach, dafür aber teuer.
Die Autoindustrie war nahezu komplett untergegangen. Es gibt noch vereinzelte Hersteller, die sich auf Transportfahrzeuge konzentrierten, denn das, was noch angebaut und produziert wird, muss verteilt werden. Für Privatfahrzeuge ist kein Platz und Diesel- bzw. Benzinfahrzeuge sind inzwischen verboten. Auf allen Dächern befinden sich Solaranlagen und der produzierte Strom wird gespeichert. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es immer noch, allerdings hat man begonnen, alles in die Höhe zu bauen, denn der Platz, der noch vorhanden ist, wird für Wohnraum benötigt.
Neben der Trinkwasserversorgung spielt auch die Nahrungsbeschaffung eine große Rolle. Nationalstaaten gibt es nicht mehr und alles, was vorhanden ist bzw. entsteht, wird zentral kontrolliert und verteilt. Geld gibt es so gut wie nicht mehr, eigentlich nur noch als Andenken.
Alle Bürger wurden schon vor Jahren, von der Regierung, dazu angehalten, Gewächshäuser anzulegen, die durch Schwitzwasser bewässert werden. Das System hatte sich schon in den 2000er Jahren bewährt, als man in Wüstengegenden Gewächshäuser anlegte.
Die ständige Sonne und die fehlenden Jahreszeiten sorgen dafür, dass es kaum Unterbrechungen, bei der Blüte, gibt. Gesteuert wird das alles durch Apps, mithilfe von KI´s und bei größeren Projekten, auch durch Roboter unterstützt.
Mein Roboter "Elli" erinnert mich daran, dass ich heute einen Arzttermin, zur Regeluntersuchung, habe. Meine Werte werden ohnehin durchgehend, durch eine Uhr, überwacht und an Elli übermittelt, aber heute muss auch Blut entnommen werden.
Elli stellt die Verbindung zur KI her, die einem Arzt, aus Fleisch und Blut, vorgeschaltet ist. Während ich Fragen der KI, zu meinem Befinden, beantworte, legt Elli sich eine Manschette um, in die ich meinen Arm legen muß. Ein kleiner Stich, durch die Nadel, die sich in der Manschette befindet, und ich bin schon wieder erlöst. Nun übermittelt Elli alle Daten, die sie, seit der letzten Untersuchung, gesammelt hat, an die KI und in wenigen Minuten erhalte ich dann eine Auswertung oder eine Verbindung zu einem Arzt. Heute brauche ich keinen Arzt, mir geht’s gut, die Werte sind OK und wenn irgendetwas gar nicht stimmt, würde irgendwann ein Rettungswagen vor der Tür stehen, der mich ins Krankenhaus bringt, wo Ärzte und Roboter, wie die KI, gemeinsam arbeiten.
Während Elli die gelieferten Lebensmittel verstaut, sitze ich auf der Kautsch und führe Gespräche, über den Monitor, der an der Wand hängt. Elli informiert mich, dass derzeit die Kartoffeln etwas knapp sind und wir welche, auf dem Balkon, anbauen sollten. Ich bestätige und fordere Elli dazu auf, die Kübel vorzubereiten. Im Kühlschrank liegen bereits ein paar gekeimte Kartoffeln, die ich dann einsetzen kann. Es wird nicht lange dauern und die ersten Kartoffeln können geerntet werden. Einen Teil der Kartoffeln erhält das regionale Lager, einen Teil kann ich selbst lagern und ein paar Kartoffeln müssen bleiben, die dann keimen können. Bei der Gelegenheit werde ich dann auch noch gleich ein paar Tomatenpflanzen anlegen und vielleicht Erdbeeren oder Kiwis. Es ist nie verkehrt, etwas an Obst und Gemüse anzupflanzen, das man dann einwecken kann oder ans Lager abgibt.
Fleisch gibt es nur noch höchstens einmal die Woche und das auch nur in kleinen Mengen, pro Person. Die großen Massentierhaltungen wurden verboten, denn die Äcker werden für Weizen, Raps oder als Felder für Obst und Gemüse gebraucht. Fleischersatz zu erhalten, ist dagegen kein Problem und es schmeckt inzwischen fast wie richtiges Fleisch.
Obwohl Elli auch kochen kann, und tausende von Rezepten gespeichert hat, mache ich das immer noch lieber alleine. Elli fehlen die Geschmackssensoren und das merkt man dann eben doch. Also stelle ich mich in die Küche und koche, während Elli irgendwas im Haushalt macht und mich dabei über die Neuigkeiten in der Welt, informiert.
Ich höre, dass man weltweit eine Geburtenregel einführen möchte. Jede Frau darf maximal 2 Kinder bekommen. Will man weitere Kinder haben, muß dies beantragt werden. Ich kann es verstehen. Wir sind noch rund 5 Milliarden Menschen auf der Welt, also rund die Hälfte der Menschen, die es 2026 auf der Welt gab, aber wir müssen auch auf einem Drittel der Erde leben, wie sie noch vor einem Jahrzehnt bestand. Die Regierung erzählt, dass die Welt wohl noch lange so sein wird, wie sie ist, aber alle Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass sich das Klima irgendwann wieder normalisiert. Das Schlimme ist, dass niemand darauf vorbereitet war.
Die damaligen Politiker haben immer die Veränderungen verharmlost, die Klimaveränderungen als "normal" abgetan oder es lächerlich gemacht (man sollte doch die Sonne verklagen). Die Menschen haben nicht begriffen, dass Klimaveränderungen weitere Veränderungen verursachen und das Tempo der Veränderungen sich immer weiter erhöht. Nun, jetzt müssen wir damit leben, so gut es geht. Viele Menschen haben es nicht überlebt und auch viele Tierarten sind inzwischen komplett ausgestorben.
Elli erinnert mich wieder daran, dass die Temperaturen jetzt über 50 Grad liegen. Gleichzeitig lässt sie den Sonnenschutz herunter und öffnet die Fenster. Zwar kommt die heiße Luft herein, aber es entsteht auch Durchzug und der kühlt die Wohnung herunter. Die meisten Menschen sammeln sich im Treppenhaus, wo es wesentlich kühler ist. Sie stellen sich ein paar Stühle und einen Tisch hin, manche legen auch Matratzen aus und verbringen dort ihre Zeit bis zum Abend.
Als es dunkel wird, kommt Bewegung bei den Menschen auf. Die Temperaturen fallen stark und das ist die Zeit, um das zu erledigen, was erledigt werden muss, oder man geht jetzt zur Arbeit, wenn man denn nicht zu Hause arbeiten kann. Das Leben hat sich ohnehin in die Abend- und Nachtstunden verlagert.
Eines der größten Probleme sind die vielen und oft großen Waldbrände. Es ist selten, dass die Luft nicht nach verbranntem Holz riecht und schwarze Rauchwolken zu erkennen sind. Die Brände erzeugen Atemwegserkrankungen und die Menschen erkranken immer häufiger an COPD. Um dem entgegenzuwirken, müssen alle Gebäude begrünt sein und man pflanzt so schnell wie möglich Bäume nach, aber sie brauchen nun einmal ihre Zeit, bis sie ausgewachsen sind.
Immer öfter hört man Sirenen, die Wirbelstürme oder Überflutungen ankündigen und jeder weiß, was zu tun ist. Hinterher bedeutet dass dann aufräumen und aufbauen.
Wir wissen alle nicht, wie es weitergehen wird. Alle Maßnahmen wurden erst durchgeführt, als die Lebensgrundlagen schon fehlten und es nicht mehr geleugnet werden konnte. Trotzdem gibt es immer noch Menschen, die behaupten, das wäre alles natürlich und nicht Mensch gemacht. Letztendlich ist es aber egal, was diese Menschen sagen, denn wir sind alle in der gleichen Situation.
Elli erinnert mich daran, dass es Zeit ist, schlafen zu gehen. Tagsüber ist es, für mich, kaum möglich zu schlafen, weil es zu heiß ist und ich immer damit rechnen muß, dass eine Sirene mich aus dem Schlaf holt.
Vielleicht wird es, für zukünftige Generationen wieder besser und man kann dann nur hoffen, dass sie daraus gelernt haben. Wir müssen im Jetzt leben, so gut, wie es eben geht.

Es ist das Jahr 2075 und die Welt, wie sie 2026 war, existiert nicht mehr.
7.00 Uhr. Sanft werde ich von der Stimme meines Roboters geweckt. Ich habe mich für ein weiblich aussehendes Modell entschieden. Die Roboter sehen inzwischen fast menschlich aus und da war mir ein weibliches Modell, das durch meine Wohnung läuft, lieber.
Ich habe den Roboter "Elli" genannt und Elli zählt mir nun die wichtigsten Termine, Erledigungen und vor allem das Wetter, auf.
Das Wetter ist inzwischen auf der ganzen Welt etwas, worüber man ständig informiert sein sollte. Wir haben erst Anfang März und bereits am frühen Morgen über 25 Grad. Elli erzählt, dass die Temperaturen heute wieder auf über 50 Grad steigen sollen.
Der Klimawandel und damit die hohen Temperaturen – bereits seit den 1970er Jahren wusste man darum, dass sich das Weltklima verändert, aber niemand hatte es wahrhaben wollen. Ab den 2020er Jahren ging es dann immer schneller. Die Jahreszeiten verschmolzen immer mehr ineinander, bis nur noch der Sommer blieb. Nachts war es kühl, manchmal so kühl, wie im Winter, aber tagsüber stiegen die Temperaturen meist über 50 Grad. Nur selten regnete es in unseren Breitengraden, aber wenn der Regen kommt, stehen die Häuser meterhoch unter Wasser.
Ich hatte mal in einem Atlas gesehen, wo die Nord- und Ostseeküste früher lag, nur, da lag sie schon lange nicht mehr. Der Meeresspiegel war gestiegen, und ganze Städte und Inseln sind verschwunden. Auf der ganzen Welt sieht es so aus, und die Welt ist viel kleiner geworden. In manchen Gegenden der Welt ist es so heiß, dass dort niemand mehr leben kann, andere Gegenden sind überspült. Viele der Berge, im Süden, sind nur noch Schutthalden. Das ewige Eis ist, mit den steigenden Temperaturen, verschwunden und selbst die höchsten Berge fielen einfach in sich zusammen und begruben ganze Dörfer unter sich.
Seit einiger Zeit plant die Regierung, Wohnanlagen unter dem Meer zu errichten. Jeder weiß jetzt schon, dass sich diese Wohnungen dann nur Reiche leisten können. Reichtum bedeutet nicht mehr Geld, sondern Wissen. Wissenschaftler sind nun die Reichen, die Privilegien erhalten, weil man sich von ihnen erhofft, die Welt wieder verändern und damit zu einem erträglichen Lebensraum, zu machen.
Auch unterirdisch sollen Wohnungen entstehen und die sollen dann bezahlbar sein, was immer das auch bedeuten mag. Zu viele Menschen haben alles verloren. Jobs, außerhalb der künstlichen Intelligenz, der Landwirtschaft und der Wasserversorgung, gibt es kaum noch. Die Trinkwasserversorgung war schon im 20. Jahrhundert ein Problem. Chemikalien und Arzneimittelrückstände ließen sich kaum und nur mit großem Aufwand, aus dem Trinkwasser filtern. Nun war das Salzwasser der Meere in das Grundwasser eingedrungen und die Entsalzung war nicht einfach, dafür aber teuer.
Die Autoindustrie war nahezu komplett untergegangen. Es gibt noch vereinzelte Hersteller, die sich auf Transportfahrzeuge konzentrierten, denn das, was noch angebaut und produziert wird, muss verteilt werden. Für Privatfahrzeuge ist kein Platz und Diesel- bzw. Benzinfahrzeuge sind inzwischen verboten. Auf allen Dächern befinden sich Solaranlagen und der produzierte Strom wird gespeichert. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es immer noch, allerdings hat man begonnen, alles in die Höhe zu bauen, denn der Platz, der noch vorhanden ist, wird für Wohnraum benötigt.
Neben der Trinkwasserversorgung spielt auch die Nahrungsbeschaffung eine große Rolle. Nationalstaaten gibt es nicht mehr und alles, was vorhanden ist bzw. entsteht, wird zentral kontrolliert und verteilt. Geld gibt es so gut wie nicht mehr, eigentlich nur noch als Andenken.
Alle Bürger wurden schon vor Jahren, von der Regierung, dazu angehalten, Gewächshäuser anzulegen, die durch Schwitzwasser bewässert werden. Das System hatte sich schon in den 2000er Jahren bewährt, als man in Wüstengegenden Gewächshäuser anlegte.
Die ständige Sonne und die fehlenden Jahreszeiten sorgen dafür, dass es kaum Unterbrechungen, bei der Blüte, gibt. Gesteuert wird das alles durch Apps, mithilfe von KI´s und bei größeren Projekten, auch durch Roboter unterstützt.
Mein Roboter "Elli" erinnert mich daran, dass ich heute einen Arzttermin, zur Regeluntersuchung, habe. Meine Werte werden ohnehin durchgehend, durch eine Uhr, überwacht und an Elli übermittelt, aber heute muss auch Blut entnommen werden.
Elli stellt die Verbindung zur KI her, die einem Arzt, aus Fleisch und Blut, vorgeschaltet ist. Während ich Fragen der KI, zu meinem Befinden, beantworte, legt Elli sich eine Manschette um, in die ich meinen Arm legen muß. Ein kleiner Stich, durch die Nadel, die sich in der Manschette befindet, und ich bin schon wieder erlöst. Nun übermittelt Elli alle Daten, die sie, seit der letzten Untersuchung, gesammelt hat, an die KI und in wenigen Minuten erhalte ich dann eine Auswertung oder eine Verbindung zu einem Arzt. Heute brauche ich keinen Arzt, mir geht’s gut, die Werte sind OK und wenn irgendetwas gar nicht stimmt, würde irgendwann ein Rettungswagen vor der Tür stehen, der mich ins Krankenhaus bringt, wo Ärzte und Roboter, wie die KI, gemeinsam arbeiten.
Während Elli die gelieferten Lebensmittel verstaut, sitze ich auf der Kautsch und führe Gespräche, über den Monitor, der an der Wand hängt. Elli informiert mich, dass derzeit die Kartoffeln etwas knapp sind und wir welche, auf dem Balkon, anbauen sollten. Ich bestätige und fordere Elli dazu auf, die Kübel vorzubereiten. Im Kühlschrank liegen bereits ein paar gekeimte Kartoffeln, die ich dann einsetzen kann. Es wird nicht lange dauern und die ersten Kartoffeln können geerntet werden. Einen Teil der Kartoffeln erhält das regionale Lager, einen Teil kann ich selbst lagern und ein paar Kartoffeln müssen bleiben, die dann keimen können. Bei der Gelegenheit werde ich dann auch noch gleich ein paar Tomatenpflanzen anlegen und vielleicht Erdbeeren oder Kiwis. Es ist nie verkehrt, etwas an Obst und Gemüse anzupflanzen, das man dann einwecken kann oder ans Lager abgibt.
Fleisch gibt es nur noch höchstens einmal die Woche und das auch nur in kleinen Mengen, pro Person. Die großen Massentierhaltungen wurden verboten, denn die Äcker werden für Weizen, Raps oder als Felder für Obst und Gemüse gebraucht. Fleischersatz zu erhalten, ist dagegen kein Problem und es schmeckt inzwischen fast wie richtiges Fleisch.
Obwohl Elli auch kochen kann, und tausende von Rezepten gespeichert hat, mache ich das immer noch lieber alleine. Elli fehlen die Geschmackssensoren und das merkt man dann eben doch. Also stelle ich mich in die Küche und koche, während Elli irgendwas im Haushalt macht und mich dabei über die Neuigkeiten in der Welt, informiert.
Ich höre, dass man weltweit eine Geburtenregel einführen möchte. Jede Frau darf maximal 2 Kinder bekommen. Will man weitere Kinder haben, muß dies beantragt werden. Ich kann es verstehen. Wir sind noch rund 5 Milliarden Menschen auf der Welt, also rund die Hälfte der Menschen, die es 2026 auf der Welt gab, aber wir müssen auch auf einem Drittel der Erde leben, wie sie noch vor einem Jahrzehnt bestand. Die Regierung erzählt, dass die Welt wohl noch lange so sein wird, wie sie ist, aber alle Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass sich das Klima irgendwann wieder normalisiert. Das Schlimme ist, dass niemand darauf vorbereitet war.
Die damaligen Politiker haben immer die Veränderungen verharmlost, die Klimaveränderungen als "normal" abgetan oder es lächerlich gemacht (man sollte doch die Sonne verklagen). Die Menschen haben nicht begriffen, dass Klimaveränderungen weitere Veränderungen verursachen und das Tempo der Veränderungen sich immer weiter erhöht. Nun, jetzt müssen wir damit leben, so gut es geht. Viele Menschen haben es nicht überlebt und auch viele Tierarten sind inzwischen komplett ausgestorben.
Elli erinnert mich wieder daran, dass die Temperaturen jetzt über 50 Grad liegen. Gleichzeitig lässt sie den Sonnenschutz herunter und öffnet die Fenster. Zwar kommt die heiße Luft herein, aber es entsteht auch Durchzug und der kühlt die Wohnung herunter. Die meisten Menschen sammeln sich im Treppenhaus, wo es wesentlich kühler ist. Sie stellen sich ein paar Stühle und einen Tisch hin, manche legen auch Matratzen aus und verbringen dort ihre Zeit bis zum Abend.
Als es dunkel wird, kommt Bewegung bei den Menschen auf. Die Temperaturen fallen stark und das ist die Zeit, um das zu erledigen, was erledigt werden muss, oder man geht jetzt zur Arbeit, wenn man denn nicht zu Hause arbeiten kann. Das Leben hat sich ohnehin in die Abend- und Nachtstunden verlagert.
Eines der größten Probleme sind die vielen und oft großen Waldbrände. Es ist selten, dass die Luft nicht nach verbranntem Holz riecht und schwarze Rauchwolken zu erkennen sind. Die Brände erzeugen Atemwegserkrankungen und die Menschen erkranken immer häufiger an COPD. Um dem entgegenzuwirken, müssen alle Gebäude begrünt sein und man pflanzt so schnell wie möglich Bäume nach, aber sie brauchen nun einmal ihre Zeit, bis sie ausgewachsen sind.
Immer öfter hört man Sirenen, die Wirbelstürme oder Überflutungen ankündigen und jeder weiß, was zu tun ist. Hinterher bedeutet dass dann aufräumen und aufbauen.
Wir wissen alle nicht, wie es weitergehen wird. Alle Maßnahmen wurden erst durchgeführt, als die Lebensgrundlagen schon fehlten und es nicht mehr geleugnet werden konnte. Trotzdem gibt es immer noch Menschen, die behaupten, das wäre alles natürlich und nicht Mensch gemacht. Letztendlich ist es aber egal, was diese Menschen sagen, denn wir sind alle in der gleichen Situation.
Elli erinnert mich daran, dass es Zeit ist, schlafen zu gehen. Tagsüber ist es, für mich, kaum möglich zu schlafen, weil es zu heiß ist und ich immer damit rechnen muß, dass eine Sirene mich aus dem Schlaf holt.
Vielleicht wird es, für zukünftige Generationen wieder besser und man kann dann nur hoffen, dass sie daraus gelernt haben. Wir müssen im Jetzt leben, so gut, wie es eben geht.
