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Politiker, die auf die Realität stoßen

[caption id="attachment_4151" align="aligncenter" width="720"] KI-Symbolbild[/caption]

 

 

Eine Grünen-Politikerin, aus dem hohen Norden Deutschland, hätte eine Wahlkampfreise in Sachsen-Anhalt geplant. Das ist auch gut so, denn die Menschen vor Ort, die die Grünen wählen wollen, brauchen jede moralische Unterstützung, die sie bekommen können.

Einen halben Monat, vor der Wahlkampfreise sagte nun die Politikerin ihre Termine in Sachsen-Anhalt, ab und begründet die Absage mit Beleidigungen aber vorrangig, Bedrohungen, die ernst zu nehmen sind.

Glückwunsch! Die Politikerin ist auf die Realität gestoßen, mit der die Menschen, in Sachsen-Anhalt, jeden Tag leben müssen. 

Dass Politik, gefährlich sein kann, sollte spätestens, seit der Ermordung von Walter Lübcke (CDU), im Jahre 2019, klar sein. Ebenso sollte klar sein, dass die östlichen Bundesländer, für demokratische Politiker, schon längst zu einer "No Go-Area" geworden sind. Nicht nur Politiker sind davon betroffen, sondern auch die Menschen, die dort leben und sich gegen eine faschistische Gesinnung stellen.

Wenn man in die Politik geht, muß man sich klar darüber sein, das man nicht überall mit offenen Armen empfangen wird, aber man muß sich auch klarmachen, dass man, sich, als Politiker, immer einer Gefahr aussetzt und das gerade, wenn man sich gegen die AfD und für die Demokratie positioniert.

"Ich habe eine Familie", als Hinweis, für die Sicherheitsbedenken, sind nachvollziehbar, aber, die Familie war schon da, bevor man sich entschieden hat, in die Politik zu gehen und, bevor man sich entschieden hat, Wahlkampfveranstaltungen dort abzuhalten, wo man nicht nur, von vielen Menschen, unerwünscht ist, sondern auch mit Hass betrachtet wird.

Die Politikerin ist keineswegs naiv oder dumm, sie hat aber, vermutlich, gedacht, dass der Hass alle anderen treffen würde, nur nicht sie selbst, obwohl sie, aus unzähligen Aussagen und Berichten wissen kann, nein, wissen muß, dass die östlichen Bundesländer Hass und den Wunsch nach Gewalt ausstrahlen.

Trotzdem halten Menschen dort aus, die jeden Tag gefährdet sind, jeden Tag angepöbelt, belästigt und bedroht werden. Und genau diese Menschen brauchen moralische Unterstützung durch Politiker, die sie wählen. Sie brauchen Politiker, die ihnen, vor Ort die Hand schütteln, sie aufmuntern, ihnen zeigen, dass sie nicht vergessen werden und das man für sie da ist, sich einsetzt.

Was sie nicht brauchen, sind Politiker, die sie alleine lassen und das mit ihrer Familie begründen. Sie brauchen Politiker, die den gleichen Mut aufbringen, den sie jeden Tag aufbringen müssen, um in diesem Umfeld leben zu können.

Die Faschisten haben, in Sachsen-Anhalt, den Kampf gegen die Politikerin, gewonnen. Sie wollten erreichen, dass die Politikerin einen Rückzieher macht, die Menschen, in Sachsen-Anhalt, nicht, durch ihre Anwesenheit, unterstützt und genau das haben sie erreicht.

Es wäre sinnvoller gewesen, sich, vor der Planung solcher Termine, seine Familie anzusehen und zu sich zu fragen, ob man sich der Gefahr aussetzen will, oder noch besser, sich das zu fragen, bevor man in die Politik geht. Wenn man sich entscheidet, sollte man Vorkehrungen, auch für sich selbst, treffen und es durchziehen, dann sollte man den Mut aufbringen, den andere Menschen täglich aufbringen müssen.

In die Politik gehen, bedeutet nun einmal, für die Gesellschaft zu kämpfen und das auch vor Ort und nicht zu glauben, dass man Menschen, aus sicherer Entfernung, und über Facebook, überzeugen und unterstützen kann.