Zitat von Tim Falkenrot am 16. August 2026, 17:16 UhrTEAM FREIHEIT
Weniger Staat. Mehr Freiheit.
Was passiert, wenn der Staat auf Diät gesetzt wird? Team Freiheit ist eine neue politische Kraft. Gegründet wurde sie von Frauke Petry und Thomas L. Kemmerich. Petry war einst Mitgründerin und Bundesvorsitzende der AfD, Kemmerich war FDP-Politiker und kurzzeitig Ministerpräsident Thüringens. 2026 tritt Team Freiheit erstmals bei einer Landtagswahl an, in Mecklenburg-Vorpommern.
Schon der eigene Internetauftritt macht klar, wohin die Reise geht.
Team Freiheit bezeichnet sich als Kampfansage an den bestehenden Parteienstaat und fordert einen radikalen Rückzug des Staates. Die Staatsquote soll auf unter 25 Prozent sinken. Überflüssige Behörden sollen abgeschafft, Steuern gesenkt und Bürokratie massiv reduziert werden.
Das ist nicht einfach nur ein bisschen weniger Bürokratie. Es ist ein grundsätzlich anderes Verständnis davon, welche Aufgaben der Staat überhaupt übernehmen sollte.
Team Freiheit formuliert es selbst ziemlich eindeutig: „Radikal weniger Staat.“ Wohlstand soll vor allem durch Menschen entstehen, die arbeiten, gründen und investieren.
Damit liegt die Partei wirtschaftspolitisch deutlich im liberalen bis libertären Spektrum.
Interessant wird es bei der Sozialpolitik.
Team Freiheit will die bestehenden Sozialleistungen durch eine einzige negative Einkommensteuer ersetzen. Menschen mit geringem Einkommen sollen dadurch finanziell unterstützt werden, ohne dass die bisherige Sozialbürokratie bestehen bleibt.
Die Idee dahinter ist durchaus nachvollziehbar. Wer wenig verdient, bekommt Unterstützung. Wer mehr verdient, zahlt Steuern. Die komplizierte Ansammlung verschiedener Sozialleistungen könnte dadurch reduziert werden.
Aber auch hier stellt sich die entscheidende Frage, wie hoch ist diese negative Einkommensteuer?
Denn die Antwort entscheidet darüber, ob daraus tatsächlich ein funktionierendes soziales Sicherungsnetz entsteht oder lediglich ein schlanker Staat mit schlanker Absicherung.
Ähnlich konsequent ist Team Freiheit beim Thema Wirtschaft.
Die Partei setzt auf Wettbewerb und freie Märkte und lehnt Subventionen und Verbote als zentrale wirtschaftspolitische Instrumente ab. Bei der Energiepolitik setzt sie unter anderem auf Kernkraft.
Gleichzeitig fordert sie niedrigste Steuern.
Das klingt für viele Menschen zunächst attraktiv. Schließlich bedeutet weniger Steuerlast mehr verfügbares Einkommen.
Aber Steuern finanzieren nicht nur Verwaltung.
Sie finanzieren Schulen, Straßen, Krankenhäuser, Polizei, Gerichte, Infrastruktur und soziale Sicherung. Wer den Staat deutlich verkleinern will, muss deshalb beantworten, welche Leistungen ebenfalls kleiner werden sollen.
Noch deutlicher wird die politische Ausrichtung beim Thema Migration.
Team Freiheit fordert „souveräne Grenzen“ und will aus seiner Sicht bestehende Fehlanreize im Asylsystem beseitigen. Gleichzeitig positioniert sich die Partei stark gegen staatliche Überwachung und für digitale Freiheit, Verschlüsselung und freie Netze.
Diese Kombination ist bemerkenswert.
Ein Staat soll an den Grenzen stärker durchgreifen, sich im wirtschaftlichen und persönlichen Leben aber stärker zurückziehen.
Das ist kein Widerspruch, wenn man den Staat vor allem als Schutzinstanz versteht.
Es zeigt aber, dass „weniger Staat“ nicht automatisch bedeutet, dass überall weniger staatliche Macht gewünscht wird.
Und dann ist da Frauke Petry.
Ihre politische Vergangenheit gehört zur Geschichte dieser neuen Partei. Sie war eine zentrale Figur der frühen AfD, verließ die Partei 2017 und gründete anschließend „Die Blauen“, die Ende 2019 wieder aufgelöst wurden. Nun versucht sie mit Team Freiheit einen neuen politischen Anlauf.
Team Freiheit grenzt sich ausdrücklich von der heutigen AfD ab. Trotzdem existieren politische Überschneidungen, insbesondere bei Migration, Staatskritik und bestimmten wirtschaftspolitischen Vorstellungen.
Das macht die Partei interessant, aber auch erklärungsbedürftig.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht „Ist Team Freiheit AfD oder nicht?“
Die interessantere Frage lautet:
Was unterscheidet dieses Projekt tatsächlich von der politischen Entwicklung, aus der seine Gründer kommen?
Mein Fazit
Team Freiheit ist keine klassische konservative Partei.
Ihr Schwerpunkt liegt auf Wirtschaftsliberalismus, niedrigen Steuern, weniger Bürokratie, Eigenverantwortung und einem deutlich kleineren Staat. Gleichzeitig verbindet sie diese Positionen mit Forderungen nach Meinungsfreiheit, digitaler Freiheit und einer vereinfachten sozialen Absicherung.
Damit steht sie ideologisch näher an einem wirtschaftsliberalen und teilweise libertären Gesellschaftsmodell als an klassischer Sozial- oder Wohlfahrtsstaatspolitik.
Die entscheidende Frage bleibt deshalb dieselbe wie beim ersten Parteiencheck:
Wie viel Staat ist notwendig, damit Freiheit nicht nur für diejenigen funktioniert, die sich Freiheit leisten können?
Denn einen Staat abzubauen ist relativ einfach. Schwieriger wird die Frage, was danach kommt.
TEAM FREIHEIT
Weniger Staat. Mehr Freiheit.
Was passiert, wenn der Staat auf Diät gesetzt wird? Team Freiheit ist eine neue politische Kraft. Gegründet wurde sie von Frauke Petry und Thomas L. Kemmerich. Petry war einst Mitgründerin und Bundesvorsitzende der AfD, Kemmerich war FDP-Politiker und kurzzeitig Ministerpräsident Thüringens. 2026 tritt Team Freiheit erstmals bei einer Landtagswahl an, in Mecklenburg-Vorpommern.
Schon der eigene Internetauftritt macht klar, wohin die Reise geht.
Team Freiheit bezeichnet sich als Kampfansage an den bestehenden Parteienstaat und fordert einen radikalen Rückzug des Staates. Die Staatsquote soll auf unter 25 Prozent sinken. Überflüssige Behörden sollen abgeschafft, Steuern gesenkt und Bürokratie massiv reduziert werden.
Das ist nicht einfach nur ein bisschen weniger Bürokratie. Es ist ein grundsätzlich anderes Verständnis davon, welche Aufgaben der Staat überhaupt übernehmen sollte.
Team Freiheit formuliert es selbst ziemlich eindeutig: „Radikal weniger Staat.“ Wohlstand soll vor allem durch Menschen entstehen, die arbeiten, gründen und investieren.
Damit liegt die Partei wirtschaftspolitisch deutlich im liberalen bis libertären Spektrum.
Interessant wird es bei der Sozialpolitik.
Team Freiheit will die bestehenden Sozialleistungen durch eine einzige negative Einkommensteuer ersetzen. Menschen mit geringem Einkommen sollen dadurch finanziell unterstützt werden, ohne dass die bisherige Sozialbürokratie bestehen bleibt.
Die Idee dahinter ist durchaus nachvollziehbar. Wer wenig verdient, bekommt Unterstützung. Wer mehr verdient, zahlt Steuern. Die komplizierte Ansammlung verschiedener Sozialleistungen könnte dadurch reduziert werden.
Aber auch hier stellt sich die entscheidende Frage, wie hoch ist diese negative Einkommensteuer?
Denn die Antwort entscheidet darüber, ob daraus tatsächlich ein funktionierendes soziales Sicherungsnetz entsteht oder lediglich ein schlanker Staat mit schlanker Absicherung.
Ähnlich konsequent ist Team Freiheit beim Thema Wirtschaft.
Die Partei setzt auf Wettbewerb und freie Märkte und lehnt Subventionen und Verbote als zentrale wirtschaftspolitische Instrumente ab. Bei der Energiepolitik setzt sie unter anderem auf Kernkraft.
Gleichzeitig fordert sie niedrigste Steuern.
Das klingt für viele Menschen zunächst attraktiv. Schließlich bedeutet weniger Steuerlast mehr verfügbares Einkommen.
Aber Steuern finanzieren nicht nur Verwaltung.
Sie finanzieren Schulen, Straßen, Krankenhäuser, Polizei, Gerichte, Infrastruktur und soziale Sicherung. Wer den Staat deutlich verkleinern will, muss deshalb beantworten, welche Leistungen ebenfalls kleiner werden sollen.
Noch deutlicher wird die politische Ausrichtung beim Thema Migration.
Team Freiheit fordert „souveräne Grenzen“ und will aus seiner Sicht bestehende Fehlanreize im Asylsystem beseitigen. Gleichzeitig positioniert sich die Partei stark gegen staatliche Überwachung und für digitale Freiheit, Verschlüsselung und freie Netze.
Diese Kombination ist bemerkenswert.
Ein Staat soll an den Grenzen stärker durchgreifen, sich im wirtschaftlichen und persönlichen Leben aber stärker zurückziehen.
Das ist kein Widerspruch, wenn man den Staat vor allem als Schutzinstanz versteht.
Es zeigt aber, dass „weniger Staat“ nicht automatisch bedeutet, dass überall weniger staatliche Macht gewünscht wird.
Und dann ist da Frauke Petry.
Ihre politische Vergangenheit gehört zur Geschichte dieser neuen Partei. Sie war eine zentrale Figur der frühen AfD, verließ die Partei 2017 und gründete anschließend „Die Blauen“, die Ende 2019 wieder aufgelöst wurden. Nun versucht sie mit Team Freiheit einen neuen politischen Anlauf.
Team Freiheit grenzt sich ausdrücklich von der heutigen AfD ab. Trotzdem existieren politische Überschneidungen, insbesondere bei Migration, Staatskritik und bestimmten wirtschaftspolitischen Vorstellungen.
Das macht die Partei interessant, aber auch erklärungsbedürftig.
Denn die entscheidende Frage lautet nicht „Ist Team Freiheit AfD oder nicht?“
Die interessantere Frage lautet:
Was unterscheidet dieses Projekt tatsächlich von der politischen Entwicklung, aus der seine Gründer kommen?
Mein Fazit
Team Freiheit ist keine klassische konservative Partei.
Ihr Schwerpunkt liegt auf Wirtschaftsliberalismus, niedrigen Steuern, weniger Bürokratie, Eigenverantwortung und einem deutlich kleineren Staat. Gleichzeitig verbindet sie diese Positionen mit Forderungen nach Meinungsfreiheit, digitaler Freiheit und einer vereinfachten sozialen Absicherung.
Damit steht sie ideologisch näher an einem wirtschaftsliberalen und teilweise libertären Gesellschaftsmodell als an klassischer Sozial- oder Wohlfahrtsstaatspolitik.
Die entscheidende Frage bleibt deshalb dieselbe wie beim ersten Parteiencheck:
Wie viel Staat ist notwendig, damit Freiheit nicht nur für diejenigen funktioniert, die sich Freiheit leisten können?
Denn einen Staat abzubauen ist relativ einfach. Schwieriger wird die Frage, was danach kommt.
