Zitat von Admin H am 31. Oktober 2026, 10:57 Uhr
"Queere Menschen können keine Opfer von *hier geschichtliches Ereignis einfügen* sein, weil es Queer da noch gar nicht gab!" Dieses Argument begegnet einem aus dem, rechts-konservativen (AfD, TERFs, MAGAs…) Lagern, immer mal wieder. Den genauen Ursprung des Begriffs kann man heute nicht mehr rekapitulieren, jedoch ist bekannt, dass der Begriff bereits im 16. Jahrhundert Einzug in die englische Sprache nahm. Damals als Bedeutung für "Schräg, seltsam, exzentrisch".
Im späten 19. Jahrhundert dann wurde der Begriff zunehmend abwertend für "sexuelle Abweichungen genutzt", z. B. feminine Männer oder homosexuelle Männer. Mit der beginnenden Emanzipierung der homosexuellen Szene ab Beginn der 1950er Jahre bis in die 1970er Jahre hinein wurde der Begriff "Queer" nunmehr auf homosexuelle Männer angewendet, von denen man annahm, dass sie passiven Analverkehr und/oder Oralverkehr praktizierten oder auf Männer, die nicht-normative Gesichtsausdrücke hatten.
Im frühen 20. Jahrhundert dann wurde "Queer" zunehmend von stereotypisch männlichen homosexuellen Männern als Identitätsbegriff innerhalb der schwulen Community verwendet. Im Laufe der Zeit gewann zunehmend der Begriff "Schwul" als Eigenbezeichnung an Popularität und die jüngere Generation an homosexuellen Männern bezeichnete die ältere Generation, die Queer weiterhin für sich benutzte, als diejenige, die sich weiter dem "weiblichen Stil" zuwendeten.
Ab Ende der 1980er Jahre dann begann die Community sich von der abwertenden Verwendung des Begriffs zu befreien. "Queer" entwickelte sich zu einem Begriff, der das cis heteronormative Gesellschaftsbild infrage stellt, er wird als kritische und politische Identität wahrgenommen. Daher wird dieser Begriff als "Regenbogenbegriff" für alle Menschen genutzt, die nicht dem cis heteronormativen Bild entsprechen, aber Teil der Gesellschaft sind.
Gehen wir aber nun mal davon aus, dass es keine "queeren" Opfer gab, weil es den Begriff in der Bedeutung noch nicht gab. Demzufolge sind z.B. in allen Kriegen vor 1886 keine heterosexuellen Menschen ums Leben gekommen, da der Begriff "Heterosexuell" erst dann von Karl Maria Kertbeny etabliert wurde. Es ist also unsinnig, die Definition von Begriffen nur ab dem Zeitpunkt zu verwenden, ab dem sie "erfunden" wurden.
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Transparenzhinweis:
Für die Bilderstellung wurde KI verwendet

"Queere Menschen können keine Opfer von *hier geschichtliches Ereignis einfügen* sein, weil es Queer da noch gar nicht gab!" Dieses Argument begegnet einem aus dem, rechts-konservativen (AfD, TERFs, MAGAs…) Lagern, immer mal wieder. Den genauen Ursprung des Begriffs kann man heute nicht mehr rekapitulieren, jedoch ist bekannt, dass der Begriff bereits im 16. Jahrhundert Einzug in die englische Sprache nahm. Damals als Bedeutung für "Schräg, seltsam, exzentrisch".
Im späten 19. Jahrhundert dann wurde der Begriff zunehmend abwertend für "sexuelle Abweichungen genutzt", z. B. feminine Männer oder homosexuelle Männer. Mit der beginnenden Emanzipierung der homosexuellen Szene ab Beginn der 1950er Jahre bis in die 1970er Jahre hinein wurde der Begriff "Queer" nunmehr auf homosexuelle Männer angewendet, von denen man annahm, dass sie passiven Analverkehr und/oder Oralverkehr praktizierten oder auf Männer, die nicht-normative Gesichtsausdrücke hatten.
Im frühen 20. Jahrhundert dann wurde "Queer" zunehmend von stereotypisch männlichen homosexuellen Männern als Identitätsbegriff innerhalb der schwulen Community verwendet. Im Laufe der Zeit gewann zunehmend der Begriff "Schwul" als Eigenbezeichnung an Popularität und die jüngere Generation an homosexuellen Männern bezeichnete die ältere Generation, die Queer weiterhin für sich benutzte, als diejenige, die sich weiter dem "weiblichen Stil" zuwendeten.
Ab Ende der 1980er Jahre dann begann die Community sich von der abwertenden Verwendung des Begriffs zu befreien. "Queer" entwickelte sich zu einem Begriff, der das cis heteronormative Gesellschaftsbild infrage stellt, er wird als kritische und politische Identität wahrgenommen. Daher wird dieser Begriff als "Regenbogenbegriff" für alle Menschen genutzt, die nicht dem cis heteronormativen Bild entsprechen, aber Teil der Gesellschaft sind.
Gehen wir aber nun mal davon aus, dass es keine "queeren" Opfer gab, weil es den Begriff in der Bedeutung noch nicht gab. Demzufolge sind z.B. in allen Kriegen vor 1886 keine heterosexuellen Menschen ums Leben gekommen, da der Begriff "Heterosexuell" erst dann von Karl Maria Kertbeny etabliert wurde. Es ist also unsinnig, die Definition von Begriffen nur ab dem Zeitpunkt zu verwenden, ab dem sie "erfunden" wurden.
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