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Der Preis der Zuwendung

 

Audi baut in den USA, in Deutschland fallen 7.500 Stellen weg. Und Elon Musk kauft sich einen Präsidenten. Wer entscheidet eigentlich noch, wenn Geld verhandelt?

Die Bühne

Am Samstag stand Audi-Chef Gernot Döllner in Georgia auf einer Wahlkampfbühne der Republikaner, hinter ihm Donald Trump. Der Konzern baut sein erstes US-Werk, Investitionsvolumen rund vier Milliarden Dollar, 4.500 Arbeitsplätze, große SUVs wie Q7, Q8 und Q9. Trump verbuchte das als Erfolg seiner Zollpolitik. Döllner dankte ihm auf offener Bühne.

Dieselbe Firma streicht bis Ende 2029 in Deutschland 7.500 Stellen und kürzt übertarifliche Zahlungen der Beschäftigten.

Was dagegen spricht, und was trotzdem bleibt

Der Abbau trifft laut Audi vor allem Verwaltung und Entwicklung, nicht die Produktion, und kommt ohne betriebsbedingte Kündigungen aus. Die Planungen für das US-Werk sollen drei Jahre zurückreichen, in die Amtszeit von Joe Biden. Beides stimmt.

Es ändert aber nichts am Muster: Ein Konzern, den Trumps Zölle 2025 rund 1,2 Milliarden Euro gekostet haben, zeigt sich dem Präsidenten dankbar, auf dessen Wahlkampfbühne. Das ist keine Investitionsentscheidung mehr, das ist ein politisches Signal.

Der Mann, der sich einen Wahlkampf leistet

Elon Musk gab für Trumps Wahlkampf 2024 mehr als 250 Millionen Dollar aus, den Großteil über sein „America PAC“. Das ist keine Spende im üblichen Sinn, es ist ein Eingriff in eine Wahl mit Privatvermögen. In den USA ist das legal. Das ist das Problem.

Macht ohne Mandat

Hinzu kommt Musks Verfügungsgewalt über Infrastruktur, die im Krieg zählt. 2022 lehnte er es ab, Starlink auf Bitten der Ukraine über der Krim zu aktivieren, aus Sorge vor einer russischen Eskalation. Ob er das Netz dort aktiv abschalten ließ, wie sein Biograf Walter Isaacson schreibt, bestreitet er. Die Faktenlage dazu ist uneinheitlich. Nicht strittig ist das Prinzip: Ein einzelner Unternehmer entscheidet nach eigenem Ermessen, ob ein angegriffenes Land kommunizieren kann. Kein Parlament hat ihn dazu ermächtigt, und gewählt hat ihn auch niemand.

Keine Aufteilung der Welt, aber eine Verschiebung

Man kann daraus nicht lesen, dass die Mächtigen die Welt unter sich aufgeteilt haben. Es gibt Wahlen, Gerichte, Betriebsräte, Presse. Der Audi-Betriebsrat hat zuerst Zusagen für Arbeitsplätze in Deutschland verlangt, bevor er ein US-Werk mitträgt, und für die Stammbelegschaft eine Beschäftigungsgarantie bis 2033 ausgehandelt.

Aber die Gewichte verschieben sich. Wer Milliarden bewegen kann, verhandelt direkter, schneller und mit weniger Kontrolle als jeder Wähler. Dagegen helfen nur Regeln: Grenzen für Wahlkampfspenden, Transparenz über Lobbykontakte, Aufsicht über kritische Infrastruktur und Betriebsräte, die ihre Rechte nutzen.

Ohne solche Regeln bleibt dem „kleinen Mann“ tatsächlich nur das Zuschauen. Mit ihnen nicht.


Quellen: ZDFheute, Blick, Auto Motor und Sport, Produktion.de, BRF, ORF

 

Transparenzhinweis:

Für die Recherche und das Titelbild wurde KI verwendet