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Warum man so wenige Rechte bei der Ahnenforschung sieht

Was ist Ahnenforschung?

Bei der Ahnenforschung werden die eigenen Vorfahren erforscht.

Wann sind sie geboren und wo, wann haben sie geheiratet und so und wann sind sie gestorben und wo?

Das pure Sammeln von Namen, Daten und Orte sind aber nur ein Teil der Ahnenforschung. Vielmehr geht es auch um die Fragen, wie die Vorfahren gelebt haben, welche Berufe sie ausübten, in welchen Kriegen sie kämpften, woher sie zuwanderten oder warum sie abwanderten. Kurz gesagt, das Leben jedes einzelnen Vorfahren, von der Geburt, bis zum Tod, wird erforscht.

Ahnenforschung in Gruppen

Millionen von Menschen, weltweit, betreiben Ahnenforschung und viele davon sind in Gruppen und Vereinen organisiert, die nicht nur regional forschen, sondern international.

Zur internationalen Forschung kommt man relativ schnell, innerhalb weniger Generationen, denn nicht nur Flucht und Vertreibung spielen eine Rolle, sondern auch Volkswanderungen aus den unterschiedlichsten Gründen. Eine der wichtigsten Gründe für Wanderungen sind Neubesiedlungen von Gebieten.

 

Warum es so wenige Menschen, mit rechter Gesinnung, Ahnenforschung betreiben

In rechten Kreisen wird der Arierpass besonders hochgehalten. Allerdings muss man sich damit ein wenig intensiver befassen.

Der Arierpass wurde durch das Reichssippenhauptamt, das sich in Leipzig befand (heute Außenstelle des Landesarchivs Sachsen) ausgestellt.

Den Arierpass gab es in zwei Formen: 1. Der große Ariernachweis, den z.B. SS-Angehörige und ihre Ehepartner erbringen mussten und 2. den kleinen Ariernachweis.

Der große Ariernachweis wurde bis in den Anfang des 18. Jahrhunderts zurückgeführt, während, beim kleinen Ariernachweis nur bis zu den Großeltern zurückgegangen wurde.

Zum Zwecke der Erstellung des Arierpasses forderte das Reichssippenhauptamt, von allen Kirchen (vor 1874) und von allen Standesämtern (nach 1874) Zweitschriften der Einträge an, die dann, durch Karteikartensysteme, durch das Reichssippenhauptamt, verarbeitet wurden. Das bedeutete, dass von jeder evangelischen, -katholischen, -freikirchlichen,- Kirche die Kirchenbücher abgeschrieben werden mussten, genauso, wie von den Unterlagen, die die Synagogen erstellt hatten, sofern sie nicht bereits zerstört waren und von den Königstempeln oder Zeugen Jehovas.

Schnell stellte sich heraus, dass das Abschreiben der Kirchenbücher ein sehr mühseliges und zeitaufwendiges Unterfangen war. Viele Kirchen waren zu Pfarrereien zusammengelegt, da die Kirchen keinen eigenen Pfarrer hatten und etliche Kirchen nur durch eine Verwaltung, mit einem Pfarrer und einer Person, die sich um die Aktenführung kümmerte, besetzt war.

So musste die Mitarbeiter des Reichssippenhauptamtes häufig Einzelanfragen an die Kirchenverwaltungen stellen, wobei dann die Kirchenverwaltung selbst Ahnenforschung betreiben mussten. Häufig waren nicht die gleichen Kirchen und Verwaltungen, bei Geburten, Eheschließungen und Sterbefällen zuständig. Die Kirchenverwaltungen mussten sich untereinander austauschen und auch dies war extrem zeitaufwendig.

Bei der Zusammenführung der Personen, in ein Personenstandsregister (Register für Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle) tauchten erhebliche Probleme auf, mit denen die Nazis nicht gerechnet hatten. Bei unehelichen Kindern war der Vater häufig nicht angegeben und bei der späteren Eheschließung der Mutter übernahm der Stiefvater die Vaterrolle, gab dem Kind den Familiennamen oder adoptierte das Kind. Der leibliche Vater war aber ausschlaggebend für den Arierpass. So kam man, in einigen Kirchen, auf den Gedanken, eine Person, als Vater, nachzutragen, der bereits, bei der Geburt, verstorben war und offensichtlich keine jüdischen Vorfahren hatte.

Auch die Festlegung "Volksdeutsche" und "Reichsdeutsche" machten erhebliche Probleme. Wer als "Deutsch" galt, wurde nicht nur an den Vorfahren festgemacht, sondern auch an der damaligen Rassenlehre.

Wer in den polnischen Gebieten gelebt hatte, die ehemals Deutsch waren, also polonisiert wurde (der Familienname bekam eine Deutsche Schreibweise/Übersetzung), könnte sich "eindeutschen" lassen. Dazu gehörten auch Personen, die keine Deutschen Vorfahren hatten, jedoch, nach der Rassenlehre, als Deutsch angenommen werden konnten.  Ebenso wurden Ehepartnerinnen, die keine Deutsche Herkunft hatten, auf Antrag, "eingedeutscht". Weiterhin wurden, geraubte Kinder, aus den Ostgebieten, "eingedeutscht", bekamen also einen deutschen Namen und häufig wurden auch Vorfahren erfunden, um es plausible zu machen.

Während also Personen, mit rechter Gesinnung, auf den Arierpass schwören, sofern vorhanden, ist der Arierpass, für Ahnenforscher, nur ein Anhaltspunkt, den es zu bestätigen oder widerlegen gilt.

Ahnenforscher wissen, um die historischen Eigenarten, während Menschen mit rechter Gesinnung, es gar nicht wissen wollen, denn das würde dazu führen, das sie ihr "Deutsch sein" nicht mehr begründen könnten.

 

Fazit:

Aus diesem Grund verirren sich nur selten Menschen mit rechter Gesinnung in Bereich der Ahnenforschung oder steigen sehr schnell wieder aus. Das Weltbild bricht bereits, nach einigen Generationen, zusammen, wenn sie feststellen müssen, dass die Urgroßmutter "eingedeutscht" wurde, der Urgroßvater mit einer Polin, Russin, Ungarin, Tschechin, verheiratet war und sie gemeinsam eine Familie gründeten, ohne sich über "Rasse" Gedanken zu machen.

 

Zusatz:

Heute arbeiten viele Ahnenforscher bereits mit der genetischen Ahnenforschung. Das bedeutet, die betreiben herkömmliche Ahnenforschung, mithilfe von Standesamtsunterlagen, Kirchenbüchern, usw. suchen dann den Kontakt zu Nachfahren (Kinder/Enkelkinder, Urenkel, usw.) der erforschten Personen und lassen das genetische Verwandtschaftsverhältnis, durch einen Text, bestätigen. Dabei kann nicht immer auch ein tatsächliches Verwandtschaftsverhältnis festgestellt werden. Man geht davon aus, das ca. jedes 10 Kind aus einer außerehelichen Beziehung entstanden ist und sich daher nur ein "halbes" Verwandtschaftsverhältnis ergibt (die gleiche Vorfahrin aber nicht der gleiche Vorfahre). Die Aufgabe ist es dann, Personen zu finden, die dem genetischen Verwandtschaftsverhältnis entsprechen und die können überall, auf der Welt, sein.

Ahnenforschung ist ein spannendes Hobby, allerdings wohl nicht für Menschen mit rechter Gesinnung.