Zitat von Viktor Dorn am 24. August 2026, 11:30 UhrEine Danksagung an alle Linken und Demokraten für die kostenlose Pressearbeit
Ich möchte mich bedanken. Bei all den linken, demokratischen und antifaschistischen Seiten, Gruppen und Menschen, die sich seit Jahren unermüdlich darum kümmern, dass mir kein Gesicht, kein Name und kein Satz der AfD entgeht. Bei den Öffentlich-Rechtlichen habe ich mich bereits bedankt. Heute seid ihr dran.
Facebook hat mir oft AfD-Gruppen und AfD-Leute vorgeschlagen. Ich habe sie weggeklickt und geblockt. Offenbar hat selbst der Algorithmus irgendwann verstanden, dass ich diesen Dreck nicht sehen will. Seit über einem Jahr begegnet mir kaum noch etwas direkt von der AfD. Im wirklichen Leben spielt sie in meinem Alltag praktisch keine Rolle. Trotzdem kenne ich ihre Funktionäre, ihre Gesichter, ihre Meinungen, ihre Provokationen und ihren jeweils neuesten geistigen Auswurf. Von euch.
Ich kenne Ulrich Siegmund nur euretwegen. Ich wüsste vermutlich nicht einmal, wie er aussieht. Ihr zeigt ihn mir. Jeden verdammten Tag. Sein Gesicht, seinen Namen, seine Umfragewerte, seine Aussagen. Für die Wiedererkennbarkeit spielt es eine erschreckend geringe Rolle, ob unter seinem Gesicht „Unser zukünftiger Ministerpräsident“ oder „Dieser Mann ist eine Katastrophe“ steht. Nach hundert Kontakten kennt jeder sein Gesicht. Er wirkt vertraut, wichtig und unausweichlich. Genau diese Bekanntheit müsste seine Partei normalerweise mit enormen Werbebudgets erzeugen. Stattdessen übernehmen das Menschen, die ihn verhindern wollen. Ihr warnt vor seiner Macht und arbeitet gleichzeitig mit beeindruckender Ausdauer an seiner Bekanntheit. Die AfD selbst hat es nie geschafft, diesen Mann derart zuverlässig in meinen Alltag zu drücken. Ihr habt das übernommen. Herzlichen Dank für diesen Lieferservice.
Wie oft muss man denselben AfD-Satz noch verbreiten, bis alle ausreichend darüber informiert sind, dass er widerwärtig ist? Wie viele Porträtfotos braucht es? Wie viele tägliche Empörungsbeiträge? Wann wurde aus antifaschistischer Information ein kostenloser Nachrichtendienst der AfD? Und weshalb besteht linke Öffentlichkeitsarbeit inzwischen zu einem erheblichen Teil daraus, morgens nachzusehen, was Rechte gesagt haben, damit man es bis zum Mittag an sämtliche Menschen weiterleiten kann, die rechten Seiten aus gutem Grund gar nicht folgen?
Jeden Morgen sucht jemand von euch den neuesten AfD-Satz, baut ihn auf eine Grafik, setzt das passende Porträt daneben und verteilt beides an Zehntausende Menschen, die keiner einzigen AfD-Seite folgen. Ihr nennt das Aufklärung. Tatsächlich betreibt ihr eine perfekt organisierte Presseschau für Menschen, die von der AfD sonst erheblich weniger mitbekämen. Ihr recherchiert den Dreck, sortiert ihn, bereitet ihn auf, bebildert ihn und liefert ihn frei Haus. Auch für diese Reichweite müsste die AfD sehr viel Geld bezahlen. Bei euch bekommt sie diese Reichweite aus antifaschistischer Überzeugung geschenkt.
Die AfD musste den öffentlichen Diskurs gar nicht gewinnen. Es reichte, ihn zu besetzen. Medien, demokratische Parteien und linke Seiten erledigen kostenlos die Verbreitung. Jeder Skandal wird gemeldet, jeder Satz empört wiederholt, jede Provokation analysiert und jeder Unsinn widerlegt. Inhaltlich ist vieles gegen die AfD gerichtet. Strukturell dreht sich trotzdem alles um sie.
Glaubt ihr ernsthaft, ein Porträt werde keine Werbung, weil ihr eine Warnung darüber schreibt? Verliert ein Name seine Wirkung, weil ihr ihn wütend aussprecht? Verschwindet eine Botschaft, wenn ihr sie vollständig wiederholt und anschließend erklärt, weshalb sie widerwärtig ist? Ihr macht diese Leute bekannt, vertraut und allgegenwärtig. Ihr überlasst ihnen die Themen, die Begriffe und den Takt. Morgens sagt die AfD etwas, mittags empört ihr euch darüber, abends diskutiert das gesamte demokratische Lager auf ihrer verdammten Tagesordnung.
Wo sind währenddessen eure eigenen Themen? Wo sind eure Vorstellungen von Wohnen, Arbeit, Vermögen, Pflege, Bildung und Klima? Sie tauchen gelegentlich auf, ja, aber meistens liegen sie irgendwo unter dem hundertsten Bild von Höcke, dem zweihundertsten Zitat von Weidel und der täglichen Erinnerung daran, dass Chrupalla weiterhin Chrupalla ist. Ihr habt die AfD zur Hauptfigur gemacht und euch selbst zu ihrer Kommentarspalte.
Nun wird die Partei immer größer. Ihr betrachtet die Umfragen, teilt erschrocken das nächste AfD-Porträt und fragt euch, wie diese Menschen so bekannt werden konnten. Anschließend zeigt ihr sie morgen wieder. Und übermorgen. Und am Tag danach.
Die permanente Beschäftigung mit der AfD war und ist der Verstärker ihres Wachstums. Dabei habt ihr den schwersten strategischen Fehler begangen: Ihr habt aufgehört, selbst die Hauptfigur eurer politischen Erzählung zu sein.
Falls Ulrich Siegmund demnächst die Wahl gewinnt, fragt bitte nicht, wie sein Name bekannt und sein Gesicht vertraut werden konnte. Ich hätte bis heute keine Ahnung, wie dieser Mann aussieht. Ihr habt ihn mir vorgestellt. Jeden verdammten Tag.
Ich lebe in keiner AfD-Blase. Ich lebe in einer demokratischen Blase, die sich die AfD zum täglichen Hauptprogramm gemacht hat.
Ihr habt die AfD jahrelang bekämpft, indem ihr dafür sorgtet, dass niemand mehr über etwas anderes spricht.
Ich danke euch von ganzem Abgrund.
Ich möchte mich bedanken. Bei all den linken, demokratischen und antifaschistischen Seiten, Gruppen und Menschen, die sich seit Jahren unermüdlich darum kümmern, dass mir kein Gesicht, kein Name und kein Satz der AfD entgeht. Bei den Öffentlich-Rechtlichen habe ich mich bereits bedankt. Heute seid ihr dran.
Facebook hat mir oft AfD-Gruppen und AfD-Leute vorgeschlagen. Ich habe sie weggeklickt und geblockt. Offenbar hat selbst der Algorithmus irgendwann verstanden, dass ich diesen Dreck nicht sehen will. Seit über einem Jahr begegnet mir kaum noch etwas direkt von der AfD. Im wirklichen Leben spielt sie in meinem Alltag praktisch keine Rolle. Trotzdem kenne ich ihre Funktionäre, ihre Gesichter, ihre Meinungen, ihre Provokationen und ihren jeweils neuesten geistigen Auswurf. Von euch.
Ich kenne Ulrich Siegmund nur euretwegen. Ich wüsste vermutlich nicht einmal, wie er aussieht. Ihr zeigt ihn mir. Jeden verdammten Tag. Sein Gesicht, seinen Namen, seine Umfragewerte, seine Aussagen. Für die Wiedererkennbarkeit spielt es eine erschreckend geringe Rolle, ob unter seinem Gesicht „Unser zukünftiger Ministerpräsident“ oder „Dieser Mann ist eine Katastrophe“ steht. Nach hundert Kontakten kennt jeder sein Gesicht. Er wirkt vertraut, wichtig und unausweichlich. Genau diese Bekanntheit müsste seine Partei normalerweise mit enormen Werbebudgets erzeugen. Stattdessen übernehmen das Menschen, die ihn verhindern wollen. Ihr warnt vor seiner Macht und arbeitet gleichzeitig mit beeindruckender Ausdauer an seiner Bekanntheit. Die AfD selbst hat es nie geschafft, diesen Mann derart zuverlässig in meinen Alltag zu drücken. Ihr habt das übernommen. Herzlichen Dank für diesen Lieferservice.
Wie oft muss man denselben AfD-Satz noch verbreiten, bis alle ausreichend darüber informiert sind, dass er widerwärtig ist? Wie viele Porträtfotos braucht es? Wie viele tägliche Empörungsbeiträge? Wann wurde aus antifaschistischer Information ein kostenloser Nachrichtendienst der AfD? Und weshalb besteht linke Öffentlichkeitsarbeit inzwischen zu einem erheblichen Teil daraus, morgens nachzusehen, was Rechte gesagt haben, damit man es bis zum Mittag an sämtliche Menschen weiterleiten kann, die rechten Seiten aus gutem Grund gar nicht folgen?
Jeden Morgen sucht jemand von euch den neuesten AfD-Satz, baut ihn auf eine Grafik, setzt das passende Porträt daneben und verteilt beides an Zehntausende Menschen, die keiner einzigen AfD-Seite folgen. Ihr nennt das Aufklärung. Tatsächlich betreibt ihr eine perfekt organisierte Presseschau für Menschen, die von der AfD sonst erheblich weniger mitbekämen. Ihr recherchiert den Dreck, sortiert ihn, bereitet ihn auf, bebildert ihn und liefert ihn frei Haus. Auch für diese Reichweite müsste die AfD sehr viel Geld bezahlen. Bei euch bekommt sie diese Reichweite aus antifaschistischer Überzeugung geschenkt.
Die AfD musste den öffentlichen Diskurs gar nicht gewinnen. Es reichte, ihn zu besetzen. Medien, demokratische Parteien und linke Seiten erledigen kostenlos die Verbreitung. Jeder Skandal wird gemeldet, jeder Satz empört wiederholt, jede Provokation analysiert und jeder Unsinn widerlegt. Inhaltlich ist vieles gegen die AfD gerichtet. Strukturell dreht sich trotzdem alles um sie.
Glaubt ihr ernsthaft, ein Porträt werde keine Werbung, weil ihr eine Warnung darüber schreibt? Verliert ein Name seine Wirkung, weil ihr ihn wütend aussprecht? Verschwindet eine Botschaft, wenn ihr sie vollständig wiederholt und anschließend erklärt, weshalb sie widerwärtig ist? Ihr macht diese Leute bekannt, vertraut und allgegenwärtig. Ihr überlasst ihnen die Themen, die Begriffe und den Takt. Morgens sagt die AfD etwas, mittags empört ihr euch darüber, abends diskutiert das gesamte demokratische Lager auf ihrer verdammten Tagesordnung.
Wo sind währenddessen eure eigenen Themen? Wo sind eure Vorstellungen von Wohnen, Arbeit, Vermögen, Pflege, Bildung und Klima? Sie tauchen gelegentlich auf, ja, aber meistens liegen sie irgendwo unter dem hundertsten Bild von Höcke, dem zweihundertsten Zitat von Weidel und der täglichen Erinnerung daran, dass Chrupalla weiterhin Chrupalla ist. Ihr habt die AfD zur Hauptfigur gemacht und euch selbst zu ihrer Kommentarspalte.
Nun wird die Partei immer größer. Ihr betrachtet die Umfragen, teilt erschrocken das nächste AfD-Porträt und fragt euch, wie diese Menschen so bekannt werden konnten. Anschließend zeigt ihr sie morgen wieder. Und übermorgen. Und am Tag danach.
Die permanente Beschäftigung mit der AfD war und ist der Verstärker ihres Wachstums. Dabei habt ihr den schwersten strategischen Fehler begangen: Ihr habt aufgehört, selbst die Hauptfigur eurer politischen Erzählung zu sein.
Falls Ulrich Siegmund demnächst die Wahl gewinnt, fragt bitte nicht, wie sein Name bekannt und sein Gesicht vertraut werden konnte. Ich hätte bis heute keine Ahnung, wie dieser Mann aussieht. Ihr habt ihn mir vorgestellt. Jeden verdammten Tag.
Ich lebe in keiner AfD-Blase. Ich lebe in einer demokratischen Blase, die sich die AfD zum täglichen Hauptprogramm gemacht hat.
Ihr habt die AfD jahrelang bekämpft, indem ihr dafür sorgtet, dass niemand mehr über etwas anderes spricht.
Ich danke euch von ganzem Abgrund.

