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Die Frühstartrente eine Möbelpackung?

 

Würde man jemanden fragen, was eine Frühstartrente ist, ohne dass die Person jemals davon gehört hat, würde man wohl die Fragezeichen im Gesicht sehen.

Die Merz-Regierung hat sich etwas Witziges oder eher Unsinniges einfallen lassen und das geht so. So soll es funktionieren:

Für Kinder, die ab 2020 geboren wurden, sollen die Eltern, bei einem zertifizierten Versicherungsunternehmer, ein Aktiendepot anlegen, auf das, aus Steuergeldern, monatlich 10 Euro eingezahlt werden. Die Führung des Depots beginnt mit dem 6. Lebensjahr des Kindes und endet mit dem Erreichen des 18. Lebensjahrs. Das Versicherungsunternehmen handelt dann, mit dem Geld, auf dem Aktienmarkt. Gewinne werden dann, als Zinsen, gutgeschrieben, Verluste bedeuten dann, das Geld ist weg.

Richtig witzig (ohne darüber lachen zu können) ist die Laufzeit. Geht das Kind irgendwann in Rente, was, nach derzeitiger Planung dann zwischen dem 70. Lebensjahr und dem 75. Lebensjahr sein dürfte, würde das Kind, als monatliche Rente, das Geld, was sich im Depot befindet, ausgezahlt bekommen, allerdings auch ohne Garantie, denn man kann ja nicht wissen, was in knapp 70 Jahren so, auf der Welt und im Aktienmarkt los ist.

Ohne Zinsen hätte also das Kind, mit dem Eintritt ins Rentenalter, 1440 Euro auf dem Depot-Konto und das nennt dann die Merz-Regierung "Rentenvorsorge".

Tatsächlich setzt die Merz-Regierung darauf, dass Eltern und sonstige Verwandte, auf das Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk verzichten und stattdessen den Betrag, der eigentlich in die Wirtschaft fließen würde, nun auf dem Depot landet.

Die Merz-Regierung geht also davon aus, dass Alleinerziehende, jährlich, noch bis zu 6840 Euro einzahlen können und das pro Kind, damit das Kind dann irgendwann eine Zusatzrente, zur eigentlichen Rente aus Arbeit, erhält.

Hat das Kind also Eltern, die sich nicht die fast 7000 Euro jährlich leisten können, und auch keine Verwandten, die einspringen, bleibt es bei den 1440 Euro + ggf. Zinsen.

Das, was das Kind, dann im Alter hat, dürfte gerade reichen für eine Zweimonatsmiete für eine 1-Zimmer-Wohnung.

Das nennt dann die Bundesregierung "Changengleichheit". Tatsächlich wird es nur dann chancengleich, wenn für jedes Kind, ab dem 6. Lebensjahr, 6840 Euro, jährlich, dann auch eingezahlt werden. Die Kinder, deren Verwandten es nicht können oder wollen, bleiben wieder auf der Strecke und das hat mit Chancengleichheit nichts zu tun.

Tatsächlich wird dadurch mal wieder der Versicherungsmarkt gestärkt, wie bei der Riester-Rente. Wer viel hat, wird, am Ende, vielleicht auch viel herausbekommen und die, die es brauchen würden, bleiben auf der Strecke.

Das Rentenproblem wird jedenfalls nicht gelöst und wer eine anständige Rente erhalten will, wird Beamter, oder, noch besser, lässt sich in den Bundestag wählen, wo es bereits eine hohe Rente gibt, ohne dafür 45 Jahre gearbeitet haben zu müssen. 4 Jahre reichen da dann schon aus.

 

Quelle:

Bundesregierung, https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/fruehstartrente-2449404