← Zurück zu Druckbrot

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Der Traum vom Auswandern

[caption id="attachment_4143" align="aligncenter" width="620"] KI-Symbolbild[/caption]

 

Vermutlich hat jeder schon einmal, in seinem Leben, mit dem Gedanken gespielt, auszuwandern, in einem anderen Land leben zu wollen.

Derzeit hört man den Wunsch, Deutschland verlassen zu wollen, aufgrund der politischen Situation jedoch recht häufig.

Wen man nicht gerade Reich ist, ist das Auswandern, mit vielen Hürden verbunden, die gemeistert werden wollen.

Bei vielen Menschen, die sich tatsächlich mit dem Gedanken beschäftigen, entsteht der Wunsch im Urlaub oder während eines beruflichen Auslandsaufenthalts.

Während man, bei der Arbeit, Land und Leute, über einen längeren Zeitraum kennenlernen kann, haben die Eindrücke, die man während eines Urlaubs hat, wenig mit dem realen Leben zu tun.

Um das Land besser kennenzulernen, sollte man die Möglichkeit nutzen, seinen Urlaub nur auf das Land zu konzentrieren und dabei es zu unterschiedlichen Jahreszeiten zu besuchen. Sinnvoll ist es auch, sich so viel wie möglich, vom Land, anzusehen, um sich besser für eine Region entscheiden zu können. Hat man sich auf eine Region festgelegt, sollte man sich, fernab von touristischen Zentren, für den Urlaub, einmieten, um den Alltag der Menschen zu beobachten und erste Kontakte zu knüpfen. Dabei kann man dann auch feststellen, ob man die Sprache schnell erlernen wird und sich in die Kultur einfindet. In einem anderen Land zu leben, kann auch starke Veränderungen der Lebensweise bedeuten und damit muss man dann auch klarkommen können.

Danach wird sich die Frage nach Arbeitsmöglichkeiten stellen. Ist eine Versetzung durch den vorhandenen Arbeitgeber möglich, was einen Umzug erleichtern würde oder fängt man, in der neuen Heimat, auch neu an?

Ein weiterer Punkt sind die Einreise und Aufenthaltsbestimmungen. Dies ist oft die größte Hürde, denn die Voraussetzungen können sehr unterschiedlich sein. Einige Länder verlangen ein hohes Bankguthaben, um sicherzustellen, das man sich das Leben, dort auch leisten kann, bis man Arbeit gefunden hat. Eine finanzielle Unterstützung, durch den Staat, gibt es in den wenigsten Ländern. Manche Länder verlangen einen längeren, in Zeiträumen unterteilten Aufenthalt, der 5 Jahre oder länger dauert, bis ein Daueraufenthalt genehmigt wird und das bedeutet dann einen Aufenthalt bis zu 6 Monaten, dann eine Ausreise für 6 Monate und eine Wiedereinreise, bis zum Ablauf der Aufenthaltsbegrenzung.

Auch die politische Stabilität ist nicht unwichtig. Die Mehrheit der Menschen, die nach England und Schottland ausgewandert waren, mussten, nach dem Brexit, den Staat verlassen, obwohl sie bereits Jahrzehnte dort lebten und arbeiteten. Genauso können gesellschaftliche Konflikte dazu führen, dass man gezwungen sein kann, zu flüchten.

Sind die Punkte geklärt, stellt sich die Frage nach den finanziellen Möglichkeiten. Besitzt man ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung, bietet es sich an, es zu verkaufen und das Geld für ein Haus in der zukünftigen Heimat zu nutzen. In Italien, Frankreich und anderen Ländern lässt sich kostengünstig Häuser erwerben, jedoch muss man damit rechnen, diese, von Grund auf, zu sanieren. Wenn man nicht selbst Handwerker ist, wird man auf regionale Firmen angewiesen sein, wobei die Baubestimmungen, wie z.B. die Beauftragung eines Architekten, zwingend sein kann.

Auch die medizinische Versorgung ist nicht unwichtig. In vielen Ländern, wie z.B. in Norwegen, gibt es keine Krankenkassen, sondern nur eine Notversorgung, die vom Staat, übernommen wird. Alles, was über eine Notversorgung hinausgeht, muss aus der eigenen Tasche bezahlt werden und das kann in die Hunderttausende gehen (Herzerkrankungen, usw.).

Sofern Kinder vorhanden sind, stellt sich auch die Frage nach Schulen, auf die die Kinder gehen werden. Kinder lernen die Sprache, im Allgemeinen sehr viel schneller als Erwachsene, trotzdem dauert es eine Weile, bis Kinder sich an die neue Umgebung gewöhnt haben und soziale Kontakte, außerhalb der Familie aufbauen. Es ist sinnvoll, wenn auch die Kinder, vor dem Umzug, bereits einige Spracherfahrungen erworben haben und durch vorherige Urlaube bereits Kontakte knüpfen konnten. Wichtig ist, von Anfang an, die Kinder mit in die Pläne einzubeziehen, denn die Kinder werden nicht nur ihre vertraute Umgebung verlassen, sondern auch Freunde zurücklassen.

Gerade in der heutigen politischen Situation, die sowohl die AfD, als auch die derzeitige Regierung verursacht, ist es mehr als verständlich, das man sich mit dem Gedanken trägt, auszuwandern.

Jährlich wandern bereits bis zu 300.000 Menschen aus, wobei rund 200.000 Menschen, innerhalb der ersten Jahre, aufgrund unzureichender Vorplanung, wieder zurückkommen. Nur rund 100.000 Menschen schaffen eine dauerhafte Auswanderung auch wirklich und das sind dann hervorragend ausgebildete Menschen, auf die bereits ein hoch bezahlter Job wartet oder, die, nach einem Arbeitsleben und hohen Rücklagen, sich für einen Ruhesitz, in einer anderen Umgebung, entscheiden.